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Der dreizehnjährige Vidal wird zufällig von dem Blogger Brandon Straton interviewt und löst Spenden-Aktion auf Facebook aus.

Zufälliges Interview

Kurioser Facebook-Eintrag bringt eine Million Dollar ein

New York - Ein zufälliges Interview auf der Straße und ein Blogeintrag auf Facebook ermöglichen dem dreizehnjährigen Vidal ein Stipedium, und dem Rest seiner Schule ein Sommer Camp.

Schon oft sind über soziale Netzwerke unglaubliche Aktionen gestartet und verbreitet worden. Diesmal ist es besonders rührend, denn ein zufälliges Treffen auf den Straßen New Yorks und eine ehrliche Antwort bringen ganze Menschenmengen in Bewegung und verändern Leben.

Brandon Straton ist erfolgreicher Blogger auf Facebook. Mit seiner Seite „Humans of New York" porträtiert er New Yorker, die er zufällig auf der Straße trifft. Er stellt ihnen ein paar persönliche Fragen, macht ein Foto von ihnen und stellt es auf Facebook. Mittlerweile finden sich auf seiner Seite knapp zwölf Millionen Follower. Vor einigen Tagen traf Straton auf Vidal Chastanet. Ein dreizehnjähriger Junge der im New Yorker Stadtteil Brownsville, in Brooklyn lebt.

Auf die Frage „Wer hat dich in deinem Leben am meisten beeinflusst? , entgegnet Vidal ehrlich und überzeugt: „Meine Schuldirektorin, Ms. Lopez.“ Straton hakt nach und erkundigt sich wie seine Direktorin ihn beeinflusst hat. „Wenn wir Ärger machen, suspendiert sie uns nicht von der Schule. Sie ruft uns in ihr Büro und erklärt uns wie eine Gesellschaft sich um uns herum bildet. Und sie erzählt uns, dass jedes mal wenn einer von der Schule fliegt, eine neue Gefängniszelle gebaut wird. Einmal hat sie jeden von uns einzeln aufstehen lassen und uns gesagt warum jeder von uns zählt und wichtig ist.“

Eine Million „Gefällt-mir"-Angaben und mehr als 140.000 Mal geteilt

Diese so ehrliche Antwort beeindruckt Straton, allerdings nicht nur ihn. Auch seine Follower auf Facebook sind tief gerührt von Vidals Inspiration. Kaum dass Straton Vidals Geschichte online gestellt hat, kursiert sie bereits im ganzen Netz. Mittlerweile hat der ursprüngliche Post mehr als eine Million „Gefällt-mir"-Angaben und wurde schon mehr als 140.000 Mal geteilt. Die Resonanz war so groß, dass sich Straton mit der Direktorin Nadia Lopez in Verbindung gesetzt hat. Daraufhin bekam er einen tieferen Einblick in das Schulleben in Brownsville an der Mott Hall Bridges Acadamy.

Lopez erzählt, dass sie den Kindern gerne einmal zeigen würde, was draußen in der Welt auf sie wartet. Viele ihrer Schüler können es sich nicht leisten einen Fuß aus Brownsville raus zu setzen. „Es kann für sie sehr schwierig sein von etwas zu träumen, das sie nicht kennen.“, erklärt Lopez. Gemeinsam mit einer weiteren Kollegin erarbeiten sie die Idee, den Kindern einen Ausflug nach Harvard zu ermöglichen, damit sie einen Eindruck davon bekommen, was sie in ihrem Leben erreichen können. Das Geld dafür will Straton mit einer Spenden-Aktion sammeln.

Gesagt, getan. Acht Tage gibt Straton seinen Followern Zeit, um auf die veranschlagte Summe von 100.000 Dollar zu kommen. Doch bereits nach den ersten drei Tagen wurden mehr als 600.000 Dollar gespendet. Daraufhin hebt Straton die Zielsumme auf eine Million Dollar an. Die aktuell eingegangenen Spenden belaufen sich am heutigen Donnerstag bereits über eine Million Dollar. Gespannt wird gewartet wie viel bis zum 5.Februar (Ende der Spendenaktion) noch gesammelt werden kann.

Schüler Vidal wird erster Stipendiat

Nachdem bereits nach drei Tagen die ursprüngliche Summe übertroffen wurde, überlegten Straton und Lopez wie sie das gesammelte Geld weiter nutzen könnten. Lopez kommt mit der Idee für ein Sommer Camp für die Schüler auf. Oftmals ist es für die Schüler viel zu gefährlich auch nur einen Schritt vor die Tür zu machen, dass bedeutet in den Sommerferien haben sie keine Möglichkeit draußen zu spielen. Da wäre ein Sommer Camp die ideale Lösung. Außerdem soll ein Stipendium für die Abgänger der Mott Hall Bridges Acadamy vergeben werden. Erster Stipendiat soll Vidal Chastanet werden. Ohne ihn und seiner Geschichte wäre es vermutlich niemals zu solch einer Aktion gekommen.

Seine Geschichte ging um die Welt. Der dreizehnjährige Junge ist das lebende Beispiel, dass heute immer noch weltweit Mitgefühl und der Wille anderen zu helfen, da ist. Aus Ländern wie Neuseeland, Südafrika oder Australien gelangen Briefe an Direktorin Lopez, in denen sie für ihr Engagement gelobt und motiviert wird, genau so weiter zu machen und ihre Schüler zu inspirieren. Menschen wie sie geben jungen Schülern wie Vidal die Möglichkeit die Welt mit anderen Augen zu sehen und sich selbst wert zu schätzen.

Madita Tietgen

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