+
Dieses Foto, das die griechische Polizei veröffentlichte, zeigt das blonde Mädchen Maria mit ihren "Eltern".

Falsche Eltern vor Haftrichter

Mädchen aus Roma-Lager wohl älter als vier

Athen - In einem Roma-Lager wurde ein hellblondes Mädchen entdeckt, das vermutlich als Baby entführt worden ist. Jetzt kam raus: Das Kind ist wohl älter als zunächst angenommen.

Der Fall des kleinen Mädchens, das auf den Namen Maria hört, hat international Aufsehen erregt. Die griechische Polizei entdeckte Maria am vergangenen Donnerstag bei einer Routinekontrolle in einer Roma-Siedlung im mittelgriechischen Farsala. Die kleine Maria ist mindestens fünf bis sechs Jahre alt statt nur vier. Das ergaben zahnärztliche Untersuchungen, wie Behörden am Montag mitteilten. 

DNA-Test negativ ausgefallen

Den Beamten war das hellhäutige, blonde Kind mit grünen Augen aufgefallen, weil es keinerlei Ähnlichkeit mit den übrigen angeblichen Familienmitgliedern hatte. Eine Überprüfung der DNS ergab, dass das Erbgut des Paares und des Kindes nicht übereinstimmt. Die Anwältin des Paares sagte, das Kind sei von einer Ausländerin in Griechenland geboren worden und das Paar habe das Kind illegal adoptiert. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Kindesentführung und Kinderhandel.

Falsche Eltern vor Haftrichter

In Griechenland muss das Ehepaar, bei dem die mutmaßlich entführte kleine Maria entdeckt wurde, heute vor dem Haftrichter in der Stadt Larissa aussagen. Nach Medienberichten müssen sie sich unter anderem wegen Kindesentführung verantworten. Nach ihrer Aussage sollen die Fotos des Ehepaares, eines 39-jährigen Mannes und der 40-jährigen Frau, auf Anweisung der Staatsanwaltschaft von der Polizei veröffentlicht werden.

Nach ersten Informationen blieb der 39-jährige Mann bei seiner Aussage, nach der eine Bulgarin dem Paar das Kind anvertraut habe, weil sie es nicht großziehen könne. Den Behörden bot der Mann demnach Hilfe bei der Suche nach den leiblichen Eltern des Kindes an. Zur Aussage der 40-jährigen Frau gab es zunächst keine Informationen.

Athener Standesbeamte suspendiert

Der Fall hat in der Athener Stadtverwaltung zu Konsequenzen geführt. Am Montag stellte der Bürgermeister der griechischen Hauptstadt, Jorgos Kaminis, vier leitende Standesbeamte vom Dienst frei. Das Auffinden des Mädchens am Donnerstag hatte große Unregelmäßigkeiten vor allem im Athener Standesamt aufgezeigt, wo das Kind erst in diesem Frühjahr unter Vorlage falscher Papiere angemeldet wurde.

Laut Medienberichten stieg die Zahl der nachträglich eingereichten Registrierungen von Geburten seit 2011 in Athen auf das achtfache. Viele Anträge beträfen mehr als ein Kind, oft sei der Vater unbekannt und die meisten Antragsteller kämen aus Gemeinden mit großer Roma-Population. Auch Maria war in einer Roma-Siedlung im mittelgriechischen Farsala entdeckt worden.

Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern

Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

New York Times: Vater gibt Herausgeber-Posten an Sohn weiter
Der 37 Jahre alte Arthur Gregg Sulzberger wird zum 1. Januar 2018 den Posten des Herausgebers der renommierten Zeitung von seinem 66 Jahre alten Vater Arthur Sulzberger …
New York Times: Vater gibt Herausgeber-Posten an Sohn weiter
Vier Kinder sterben bei Schulbus-Unfall in Frankreich
Ein Unfalldrama schockiert Frankreich: Ein Zug kracht auf einen Schulbus, mindestens vier Kinder sterben. Staatspräsident Macron sichert rasche Hilfe zu.
Vier Kinder sterben bei Schulbus-Unfall in Frankreich
Asteroid aus anderem Sonnensystem rast an der Erde vorbei: Birgt er ein Geheimnis?
Er kommt aus einem anderen Sonnensystem und flitzte kürzlich an der Erde vorbei: Forscher in den USA belauschen den Asteroid „Oumuamua“. Einige glauben, er könne ein …
Asteroid aus anderem Sonnensystem rast an der Erde vorbei: Birgt er ein Geheimnis?
Tragödie: Mindestens vier Tote bei Schulbus-Unfall in Südfrankreich
Ein Unfalldrama schockiert Frankreich: Ein Zug kracht auf einen Schulbus, mindestens vier Kinder sterben.
Tragödie: Mindestens vier Tote bei Schulbus-Unfall in Südfrankreich

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion