1. Startseite
  2. Welt

Blutige Kämpfe vor Waffenruhe

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

- Beirut/Tel Aviv - Kurz vor der Waffenruhe im Libanon-Konflikt haben beide Seiten die Kämpfe massiv ausgeweitet. Die israelische Luftwaffe bombardierte Gebäude im Süden Beiruts, in denen Hisbollah-Funktionäre vermutet wurden. Die Hisbollah-Miliz feuerte hunderte Raketen nach Israel. Bei den Kämpfen erlitt die israelische Armee die schwersten Verluste seit Kriegsbeginn vor einem Monat. Allein am Samstag seien 24 israelische Soldaten getötet worden, bestätigte ein Armeesprecher.

Der von den Vereinten Nationen vermittelte Waffenstillstand soll heute morgen um sieben Uhr (MESZ) beginnen. Sowohl der libanesische Regierungschef Fuad Siniora als auch das israelische Kabinett hatten einer entsprechenden UN-Resolution (siehe Kasten) zugestimmt. Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah erklärte, man werde der Zustimmung der libanesischen Regierung zu der Resolution nicht im Wege stehen, auch wenn der Text "ungerecht" sei. Solange sich israelische Truppen im Südlibanon befänden, sei aber "der Krieg noch nicht beendet".

Unmittelbar nach der Waffenruhe sollen libanesische Truppen in den Südlibanon einrücken und die dort stationierten UN-Truppen auf bis zu 15 000 Soldaten aufgestockt werden. Gleichzeitig soll sich Israel vollständig aus dem Libanon zurückziehen.

Der Iran unterstützt die radikal-islamische Hisbollah im Libanon und begrüßte die angekündigte Waffenruhe. Die Resolution sei aber erst "spät" zustande gekommen, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hamid-Resa Assefi. Die USA hätten Israel einen Monat Zeit gegeben, seine "Verbrechen" im Libanon fortzusetzen. Widerstand gegen die israelischen Streitkräfte im Libanon sei bis zu ihrem Rückzug weiterhin legitim, sagte Assefi weiter.

Ungeachtet der Vereinbarung setzten israelische Soldaten ihre Offensive im Libanon fort und rückten weiter in Richtung des Flusses Litani vor, der etwa 20 bis 30 Kilometer nördlich der Grenze liegt. Kampfflugzeuge bombardierten Tankstellen in der südlibanesischen Stadt Tyrus. Über der Stadt standen große schwarze Rauchwolken von dem brennenden Treibstoff. Eine Mutter mit drei Kindern und dem Hausmädchen der Familie kamen nach libanesischen Angaben beim Beschuss ihres Hauses in Burdsch el Tschemali bei Tyrus ums Leben.

Im Südlibanon starben allein am Samstag 24 israelische Soldaten. Nach Angaben der "Jerusalem Post" war es der verlustreichste Tag für die israelischen Streitkräfte seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen am 12 Juli. Allein beim Abschuss eines Helikopters der Luftwaffe starben fünf Militärangehörige, teilten die Streitkräfte mit.

Auch interessant

Kommentare