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Die Al-Rahman Moschee in Leipzig. Demnächst soll es auch ein islamisches Gotteshaus in Leipzig-Gohlis geben

Widerlicher Anschlag in Leipzig

Blutige Schweineköpfe auf Moschee-Gelände

Leipzig-Gohlis - Ekelhafter Höhepunkt im Streit um den geplanten Bau einer Moschee in Leipzig: Unbekannte Täter haben auf dem Baugelände fünf Schweineköpfe aufgespießt. Der Staatsschutz ermittelt wegen Fremdenfeindlichkeit.

Der Streit um den geplanten Bau der ersten mitteldeutschen Moschee eskaliert auf widerliche Art und Weise: Auf dem Baugelände im Leipziger Stadtteil Gohlis haben Unbekannte Donnerstagnacht gegen 22.15 Uhr fünf Schweineköpfe auf

Proteste von Leipzigern gegen einen NPD-Aufmarsch vor dem Moschee-Gelände  

Holzpfähle aufgespießt. Riesige Blutlachen - vermutlich zusätzlich ausgegossenes Schweineblut - breiteten sich aus. Neben dem Gruselszenario brannte eine Mülltonne, auch einige Holzlatten hatten Feuer gefangen. Das berichtet die Leipziger Volkszeitung. Auf dem derzeit brach liegenden Gelände in Gohlis plant die Ahmadiyya-Gemeinde, die in Leipzig rund 70 Mitglieder hat, den Bau einer Moschee mit zwei zwölf Meter hohen Minaretten. Ein entsprechender Antrag liegt der Stadt vor.

Seit die Pläne bekannt wurden, herrscht in Leipzig Aufregung: Erst Anfang November hatte es Demonstrationen von Befürwortern und Gegnern gegeben. Die NPD hatte mit Parolen wie "Maria statt Scharia" 150 Protestler mobilisiert, denen sich rund 500 Leipziger entgegenstellten.

Laut Leipziger Polizei hat der Staatsschutz zum aktuellen Vorfall die Ermittlungen aufgenommen. Sie geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus.

Der Tatort: Auf diesem Gelände soll die Moschee gebaut werden.

Die islamische Ahmadiyya-Gemeinde plant im Leipziger Stadtteil Gohlis den Bau einer neuen Moschee mit zwei Minaretten. Ein entsprechender Antrag liegt bereits vor. Das Bauvorhaben hat in der Stadt zu erheblichen Diskussionen geführt. Die rechtsextreme NPD versuchte wiederholt, das geplante Projekt für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Anfang November hatten sich einige hundert Demonstranten einem Aufmarsch der NPD entgegen gestellt.

Die ursprünglich in Indien entstandene Ahmadiyya-Gemeinschaft versteht sich als friedliche islamische Erneuerungsbewegung. Sie hat in Deutschland nach eigenen Angaben rund 30.000 Mitglieder und mehr als 30 Moscheen.

kb/afp

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