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Das nigerianische Militär. Ein Militärgericht verurteilte am Mittwoch 54 Soldaten wegen Meuterei zum Tode, die sich geweigert hatten, gegen Boko Haram zu kämpfen.

Nigeria scheint machtlos

Boko Haram entführen und töten Dutzende Menschen

Abuja - Der nigerianische Staat erscheint machtlos gegen die Terroristen der Boko Haram. Sie haben erneut Dutzende Menschen getötet und entführt.

Kämpfer der radikalislamischen Terrorgruppe Boko Haram haben einem Medienbericht zufolge mehr als 100 Menschen im Norden Nigerias verschleppt und mehr als 30 weitere getötet. Milizionäre hatten das abgelegene Dorf Gumsuri im unruhigen nördlichen Bundesland Borno Augenzeugen zufolge bereits am vergangen Freitag angegriffen. Doch der Fall sei erst verspätet bekannt geworden, berichtete die Zeitung „Premium Times“ am Donnerstag.

Von offizieller Seite wurde die Zahl der Entführten und Getöteten zunächst nicht bestätigt. Gumsuri liegt nur etwa 20 Kilometer von Chibok entfernt, wo Boko Haram im April mehr als 200 Schülerinnen entführt hatte. Auch diesmal sollen die meisten Verschleppten Frauen und Kinder sein.

Ein Militärgericht in Nigeria verurteilte unterdessen 54 Soldaten wegen Feigheit und Meuterei zum Tode. Sie hatten sich im August geweigert, an einem Einsatz gegen die Islamisten zur Rückeroberung eines Ortes teilzunehmen, wie die „Nigerian Tribune“ berichtete.

Das Militär im benachbarten Kamerun teilte mit, es habe einen Angriff von Boko Haram auf ein Dorf im Norden des Landes zurückgeschlagen und dabei 116 Kämpfer getötet. Auch zwei Soldaten seien ums Leben gekommen. Die Angaben zu den Opferzahlen konnten nicht unabhängig bestätigt werden.

Die Terrorgruppe Boko Haram versetzt seit etwa fünf Jahren vor allem den Norden Nigerias immer wieder mit Anschlägen und Entführungen in Angst und Schrecken. Die Islamisten wollen in der Region einen Gottesstaat errichten und schrecken dabei auch nicht vor Angriffen auf zivile oder militärische Ziele zurück.

dpa

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