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Das Einkaufszentrum in Brüssel ist abgeriegelt.

Anti-Terror-Einsatz

Bombenalarm in Brüsseler Einkaufszentrum - Mann festgenommen

Brüssel - In der belgischen Hauptstadt hat es am Dienstagmorgen einen Terroralarm gegeben. Ein 26-Jähriger Mann wurde nahe eines Shoppingcenters festgenommen.

Mit einer Sprengstoffgürtel-Attrappe hat ein psychisch gestörter Mann in Brüssel Terroralarm auslöst. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft meldete sich der Verdächtige am Dienstagmorgen bei der Polizei und behauptete, dass man ihn nach einer Entführung mit einer ferngesteuerten Bombe vor einem Einkaufszentrum ausgesetzt habe.

Daraufhin wurde ein Großeinsatz mit Spezialkräften und Sprengstoffexperten eingeleitet. Die Gegend um das Einkaufszentrum wurde daraufhin weiträumig abgesperrt und die Zugänge zu drei umliegenden U-Bahnhöfen gesperrt. Sichtblenden versperrten den Blick auf den Ort des Geschehens. Soldaten hinderten Autofahrer, in das Gebiet zu fahren. Polizisten mit Maschinengewehren forderten Passanten auf, die andere Straßenseite zu benutzen, Regierungschef Charles Michel berief sein Sicherheitskabinett ein. Erst nach fünf Stunden hob die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen wieder auf.

Dabei stellte sich jedoch heraus, dass der Mann offensichtlich Schauermärchen erzählte. Analysen ergaben, dass der vermeintliche Sprengstoffgürtel nur Salz und Kekse enthielt. Auch Hinweise auf eine Entführung fanden sich nicht.

Der Anrufer wurde festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich bei ihm um einen 1990 geborenen Mann, der bereits mehrfach wegen psychischer Probleme aufgefallen war. Zuletzt hatte er sich beispielsweise bei der Polizei gemeldet und behauptet, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien anschließen zu wollen.

Behörden bleiben "äußerst wachsam"

In Brüssel sorgte der morgendliche Terroralarm erneut für große Aufregung. Premierminister Charles Michel begab sich sogar ins nationale Krisenzentrum, um den Polizeieinsatz zu verfolgen. Nachdem die Sicherheitsbehörden Entwarnung gegeben hatten, sagte Michel, die Lage sei unter Kontrolle, die Behörden blieben aber "äußerst wachsam". Seit den Anschlägen am Brüsseler Flughafen und einen U-Bahnhof in Brüssel im März, bei denen 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt wurden, ist Belgien in erhöhter Alarmbereitschaft.

Bei Anschlägen am Brüsseler Flughafen sowie in einer Metrostation in der Innenstadt hatten Selbstmordattentäter am 22. März 32 Menschen mit in den Tod gerissen. Seitdem vergeht kaum eine Woche ohne neue Großeinsätze der Polizei. Erst am Wochenende wurden zwölf Menschen bei Razzien festgenommen, drei von ihnen im kamen wegen des Vorwurfs des versuchten „terroristischen“ Mordes in Haft. Einem Medienbericht zufolge hatte es einen Hinweis gegeben, dass während des EM-Spiels der belgischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Irland am Samstagnachmittag Anschläge verübt werden sollten. Die Attentäter wollten demnach möglicherweise Fußballfans auf Fanmeilen in Belgien attackieren.

Falscher Bombenalarm in Brüssel: Sprengstoffgürtel aus Keksen

dpa

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