1. Startseite
  2. Welt

Bombenanschlag in Ost-Beirut

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

- Beirut - Zum dritten Mal innerhalb einer Woche hat ein Bombenanschlag die libanesische Hauptstadt erschüttert. Die Autobombe explodierte am Ostersamstag in einem vorwiegend von Christen bewohnten Stadtteil. Acht Menschen seien dabei verletzt worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Detonation in einem Industriegebiet im Osten Beiruts richtete nach ersten Schätzungen einen Schaden in Höhe von mehreren Millionen Dollar an. Mindestens 70 Geschäfte und Werkstätten wurden verwüstet, drei Gebäude brannten nahezu vollständig aus. Nach Polizeiangaben enthielt der Sprengsatz etwa 30 Kilogramm TNT sowie brennbare Substanzen.

Die USA verurteilten das Attentat und forderten die pro-syrische Regierung in Beirut auf, für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen. Das Land befindet sich seit der Ermordung des früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri am 14. Februar in einer politischen Krise. Die Opposition wirft den libanesischen und syrischen Geheimdiensten vor, hinter dem Attentat zu stecken, bei dem neben Hariri noch 19 Menschen ums Leben kamen.

Der Anschlag am Samstag war der dritte in einer Woche gegen Viertel, deren Bewohner mehrheitlich gegen die Präsenz von syrischen Truppen in Libanon sind. Acht Tage zuvor waren bei der Explosion einer Autobombe im Osten Beiruts sieben Menschen verletzt worden. Am vergangenen Mittwoch kamen drei Menschen bei einem Bombenanschlag in einem vorwiegend christlichen Einkaufsviertel ums Leben.

Oppositionsführer Walid Dschumblatt machte am Samstag den libanesischen und syrischen Geheimdienst für die jüngsten Anschläge verantwortlich. Die Opposition lehnt ein Angebot des pro-syrischen Präsidenten mile Lahoud zu einem nationalen Dialog ab, solange es keine internationale Untersuchung des Hariri-Mordes gibt.

Am Samstag zeigte sich Beirut erstmals bereit, einer solchen Untersuchung zuzustimmen, sollte der Weltsicherheitsrat das beschließen. Zu diesem Zweck reiste am Sonntag der stellvertretende Generalsekretär im Außenministerium, Butros Asaker, nach New York. Ein UN-Team hatte in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht die innerlibanesische Untersuchung des Anschlags auf Hariri scharf kritisiert und eine internationale Untersuchung gefordert.

Syrien, das unter internationalem Druck einen Abzug seiner zuletzt noch 14 000 Truppen aus dem kleinen Nachbarland angekündigt hatte, räumte Angaben libanesischer Sicherheitskräfte zufolge am Sonntag weitere Stellungen in der Bekaa-Ebene. Vor allem Flugabwehrkanonen und Radargeräte wurden nach Syrien abtransportiert. Auch zwei Stellungen nahe der antiken Stadt Baalbek wurden abgebaut. In der ersten Aprilwoche wollen Militärkommissionen beider Seiten über den Abzug der letzten syrischen Soldaten aus Libanon entscheiden.

Auch interessant

Kommentare