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Gruft unter der Krypta mit den Gräbern der Bonner Stadtpatronen.

Bei Sanierungsvorbereitungen

Erstaunlicher Fund unter dem Bonner Münster

Bonn - Bei den Vorbereitungen zur Sanierung der Basilika in Bonn machten Arbeiter eines Architekturbüros eine erstaunliche Entdeckung: Was zuerst für einen "kleinen Schacht" gehalten wurde, entpuppte sich als mächtige Gruft.

Bei der Suche nach Versorgungsschächten für Stromleitungen und Rohre unter dem Bonner Münster stießen Experten des Architekturbüros Hahn und Helten auf einen verborgenen Raum unterhalb der Krypta. Es handelt sich dabei um eine Gruft, in der früher Gebeine aufbewahrt wurden.

In der Krypta unterhalb des Altars des Münsters befinden sich vor dem kleinen Altar vier steinerne Bodenplatten. Darunter verborgen ist die Gruft. Dem Stadtdechant Wilfried Schumacher war zwar bekannt, dass sich unter den Platten ein kleiner Raum befinde, wie er dem Express berichtete. Er ging aber davon aus, dass es sich nur um einen kleinen Schacht handele, so der Kirchenvertreter.

Gruft wurde wohl 1928 angelegt

Jetzt stellt sich heraus: Der vermeintliche "kleine Schacht" ist ein 7,20 Meter langer, 2,60 Meter breiter und 1,93 Meter hoher Raum. Ein Professor für Kirchengeschichte wurde hinzugerufen und klärt auf: Die Gruft sei 1928 in Rahmen von großen Grabungsarbeiten angelegt worden, so Gisbert Knopp, Professor für Kirchengeschichte und Kunsthistoriker, zum Express.

Der Forscher Walter Bader ließ die Gruft seinerzeit als Einstieg für die stattfindenden Grabungen bauen. Bader war 1928 auf der Suche nach der ersten Apsis des Münsters aus dem Jahr 1050. Als er sie entdeckte, fand er zusätzlich auch die römischen Totengedächtnisse "Cella Memoriae", unzählige Steinsärge der Römer und Franken, Altäre und ein römisches Skulptur-Denkmal. Um die ganzen Funde untersuchen zu können, wurde der jetzt gefundene Raum wohl auch als Lagerort genutzt, äußert Knopp.

Wäre das Bonner Münster nicht sanierungsbedürftig und hätten die Aachener Architekten in Vorbereitung für die Sanierung nicht die Krypta genau untersucht, wäre die Gruft wohl nicht geöffnet worden und die wahre Größe wäre weiter verborgen geblieben.

af

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