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Corona-Wende: Stiko empfiehlt Booster schon nach drei Monaten - Änderung auch bei EU-Impfnachweisen

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Von: Patrick Huljina

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EU-Impfnachweise gegen Corona sind ohne Booster-Impfung nur noch neun Monate gültig. Das teilte die EU-Kommission am Dienstag mit.

Update vom 21. Dezember, 14.09 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Booster-Impfungen wegen Omikron bereits nach mindestens drei statt nach sechs Monaten. Das gelte ab sofort, teilte das Gremium am Dienstag mit. Sie ziele ab auf einen verbesserten Schutz vor schweren, durch Omikron hervorgerufenen Erkrankungen in der Bevölkerung und auf eine verminderte Übertragung der Variante. Es sei damit zu rechnen, dass Omikron das Infektionsgeschehen hierzulande „innerhalb kürzester Zeit“ bestimmen werde.

Corona-Wende: Stiko empfiehlt Booster-Impfungen schon nach drei Monaten

Ältere und vorerkrankte Menschen sollen laut Stiko wegen ihres höheren Covid-19-Risikos die Booster-Impfung bevorzugt erhalten. Die beiden mRNA-Impfstoffe, die zum Boostern verwendet werden (Comirnaty von Biontech/Pfizer und Spikevax von Moderna), seien „hinsichtlich ihrer Wirksamkeit völlig gleichwertig“.

Aktuelle Daten deuteten auf einen deutlich verringerten Impfschutz nach der Grundimmunisierung gegenüber der Omikron-Variante hin, erklärte die Stiko. Dieser nehme nach drei bis vier Monaten signifikant ab. Nach einer Booster-Impfung steige die Schutzwirkung vor symptomatischer Infektion mit der Omikron-Variante jedoch wieder deutlich an. Es sei derzeit davon auszugehen, dass auch der Schutz vor schweren Verläufen zunehme. Zur Dauer des Schutzes könne man derzeit noch nichts sagen.

Gudrun Kadereit (l), Direktorin vom Botanischen Garten München-Nympheburg, lässt sich im Wissenschaftsmuseum «Bioptopia Lab» am Botanischen Garten von Dr. Stephan Reng, Facharzt für Anästhesie, mit der Booster-Impfung gegen das Coronavirus impfen.
Booster-Impfungen werden inzwischen an vielen Orten verabreicht – hier in einem Wissenschaftsmuseum in München. © Matthias Balk/dpa

Corona-Hammer: EU-Impfnachweise ohne Booster künftig nur noch neun Monate gültig

Erstmeldung vom 21. Dezember: Brüssel - Ohne Booster sind EU-Impfzertifikate künftig spätestens neun Monate nach der Grundimmunisierung gegen das Coronavirus* ungültig. Die Entscheidung tritt am 1. Februar in Kraft, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Theoretisch können die EU-Länder noch ein Veto einlegen, was aber als so gut wie ausgeschlossen gilt, da die Regelung laut Kommissionssprecher mit den Staaten abgestimmt wurde.

Auffrischungsimpfungen werden demnach spätestens sechs Monate nach der zweiten Corona-Impfung* empfohlen. Das Impfzertifikat soll aber drei weitere Monate gültig sein, bevor es abläuft, damit man genug Zeit hat, sich eine Booster-Impfung zu holen.

EU-Kommission: Corona-Impfnachweise nur noch neun Monate gültig

Der EU-Impfnachweis besteht aus einem QR-Code, der direkt nach der Corona-Impfung in Praxen und Impfzentren erstellt wird oder nachträglich in Deutschland etwa in Apotheken erhältlich ist. Der Code ist in einer Smartphone-App darstellbar und kann digital ausgelesen werden. Die Codes werden trotz verschiedener Apps der einzelnen Länder überall in der EU erkannt und erleichtern auf Reisen Nachweise über Impfungen, frische Tests und kürzlich überstandene Infektionen mit dem Coronavirus.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte bereits nach dem EU-Gipfel vergangene Woche angekündigt, dass ihre Behörde zeitnah eine Regelung mit Blick auf den EU-Impfnachweis vorlegen werde. Vor der diesjährigen Sommersaison hatten sich die EU-Länder und das EU-Parlament auf die letzten Details der europaweiten Zertifikate geeinigt. Sie werden mittlerweile in zahlreichen Ländern auch außerhalb der EU anerkannt.

Aufgrund der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante ist die Corona-Lage in vielen europäischen Ländern angespannt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfahl vor der Corona-MPK am Dienstag „maximale Kontaktbeschränkungen“ – ab sofort. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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