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Sinnbild einer großen Tragödie - ein herrenloser Schuh im Wasser. Vor der Küste Libyens sind vermutlich 170 Flüchtlinge ums Leben gekommen.

Vor Libyens Küste

Tod von 170 Bootsflüchtlingen befürchtet

Tripolis - Vor der Küste Libyens hat sich offenbar ein neues Flüchtlingsdrama abgespielt: Rund 170 afrikanische Flüchtlinge  wurden am Freitag von der libyschen Küstenwache als vermisst gemeldet.

Ihr Holzboot, mit dem sie offenbar nach Europa übersetzen wollten, sei nahe der Ortschaft Guarakusi, die 60 Kilometer östlich von Tripolis liegt, gekentert, sagte der Beamte der Küstenwache, Abdellatif Mohammed Ibrahim.

"Unweit der Küste haben wir die Trümmer eines Holzbootes entdeckt, das rund 200 Flüchtlinge transportieren wollte", sagte der Beamte. 16 Flüchtlinge hätten gerettet werden können, 15 Todesopfer seien geborgen worden. "Wir suchen aber weiterhin nach 170 Flüchtlingen, die auf dem Meer verschwunden sind", sagte Mohammed Ibrahim.

Die Flüchtlinge seien im Morgengrauen gestartet, aber das Boot sei schnell in Seenot geraten. Die Küstenwache habe nur ein Patrouillenboot für die Suche zur Verfügung. Über die Nationalität der Opfer gab es zunächst keine gesicherten Erkenntnisse. Der Beamte vermutete, dass die Flüchtlinge unter anderem aus Somalia und Eritrea kamen.

Im südlichen Mittelmeer ertrinken immer wieder Flüchtlinge, die mit wenig seetüchtigen Booten die gefährliche Überfahrt nach Europa wagen. Italiens Marine überwacht das Mittelmeer seit Monaten im Zuge des Einsatzes "Mare Nostrum" (Unser Meer). Der Einsatz wurde gestartet, nachdem im vergangenen Jahr hunderte Menschen bei dem Versuch ertrunken waren, die EU über das Mittelmeer zu erreichen.

AFP

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