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Verzweiflung auf Insel Euböa: Apokalyptische Szenen durch Feuer-Inferno in Griechenland

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Von: Michelle Brey

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Unkontrolliert breiten sich die Brände in Südeuropa weiter aus. Die griechische Insel Euböa trifft die Katastrophe besonders schlimm. Die Lage verschärft sich.

Euböa/München - Die Lage in Südeuropa wird immer bedrohlicher. In Italien, der Türkei und in Griechenland kämpfen die Menschen gegen gewaltige Brände, die sich unkontrolliert ausbreiten. Besonders schlimm betroffen ist die zweitgrößte griechische Insel Euböa. Auch am siebten Tag stehen dort gewaltige Waldflächen in Flammen. Steile Hänge und zerklüftetes Gelände erschweren die Löscharbeiten.

In der Nacht zum Montag spielten sich im Norden der griechischen Insel apokalyptische Szenen ab. Indes hatten sich dramatische Aufnahmen von einer Rettungsaktion am Freitag in den sozialen Medien verbreitet.

Griechenland kämpft mit Bränden - „Wir haben kein Wasser!“

Evakuierungen, fehlendes Wasser, brennende Häuser: Im Küstenort Pefki konnten Feuerwehr, Militär und Bürger am Sonntagabend den Flammen auf der griechischen Insel nichts mehr entgegensetzen, wie Fernsehbilder zeigten. „Wir haben kein Wasser!“, riefen die Menschen dort. Sie schleppten noch die letzten Tropfen aus Brunnen in Schubkarren und Eimern heran, während die Löschfahrzeuge tanken fahren mussten. Löschflugzeuge seien stundenlang nirgends zu sehen gewesen, berichtete der TV-Sender Skai.

Feuerwehr und Freiwillige kämpfen auf der griechischen Insel Euböa gegen die Flammen.
Feuerwehr und Freiwillige kämpfen auf der griechischen Insel Euböa gegen die Flammen, die sich unkontrolliert weiter ausbreiten. © Angelos Tzortzinis/afp

Der Nordteil Euböas ist durch die unzähligen Großfeuer fast vollständig vom Rest der Insel abgeschnitten. Tausende Menschen mussten die Insel bereits verlassen. Anwohner haben in der Nacht zum Montag gemeinsam mit Feuerwehrleuten und Freiwilligen mehrere Dörfer vor dem Übergreifen der Flammen bewahrt. So seien zwar Ortsränder wie im Küstenort Pefki Häuser niedergebrannt, die Ortskerne seien bisher jedoch intakt. Das berichtete die Zeitung Kathimerini. Viele Ortschaften seien jedoch weiterhin von den Flammen umzingelt.

Löschflugzeuge bei Bränden in Griechenland vor „ernsthaften Schwierigkeiten“

Obwohl die Feuerwand sich bereits am Sonntagnachmittag auf die griechischen Dörfer zubewegt hatte, gab es Angaben der Bewohner zufolge in manchen Gegenden kaum oder keine Unterstützung aus der Luft. Der griechische Zivilschutzchef Nikos Chardalias begründete das am Sonntagabend mit den schlechten Bedingungen. So habe die extrem starke Rauchentwicklung die Sicht derart eingeschränkt, dass manche Einsätze unmöglich gewesen seien. Auch tagsüber hätten Löschflugzeuge und -hubschrauber „ernsthafte Schwierigkeiten“ wegen des dichten Rauches und sehr eingeschränkter Sicht. Das sagte der stellvertretende Zivilschutzminister Nikos Hardalias der Nachrichtenagentur ANA.

Weniger Brandherde auf griechischer Insel - doch nächste Hitzewelle droht

Am Montagmorgen zeigten Satellitenbilder im Nordteil der Insel etwas weniger Brandherde als noch am Tag zuvor. Hintergründe nannte der Fernsehsender Skai. So liege das mutmaßlich daran, dass der meiste Wald mittlerweile verbrannt sei und die Flammen kein Futter mehr finden würden. Das Ausmaß der Schäden soll gewaltig sein. Mehrere griechische Medien nannten eine Fläche von 50.000 Hektar.

Das Satellitenbild vom 8. August zeigt Waldbrände nördlich von Athen auf der griechischen Insel Euböa.
Das Satellitenbild vom 8. August zeigt Waldbrände nördlich von Athen auf der griechischen Insel Euböa. © Maxar Technologies/dpa

Indes soll das Wetter die Situation rund um die Brände in den kommenden Tagen auch noch zusätzlich erschweren. Denn von Montag an beginnt in Südeuropa eine neue Hitzewelle, bei der die Temperaturen vielerorts auf über 40 Grad steigen. (dpa/afp/mbr)

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