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In einer Behinderteneinrichtung der Caritas ist es zu einer Brandkatastrophe gekommen.

Feuer-Drama in Titisee

Ausschließlich Erwachsene unter den Toten

Titisee-Neustadt - Entsetzen nach der Brandkatastrophe im Schwarzwald: Warum mussten 14 Menschen in der Behinderteneinrichtung sterben? Experten haben die Identität der Opfer bekanntgegeben.

Einen Tag nach dem verheerenden Brand in einer Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadtim Schwarzwald sind die 14 Todesopfer identifiziert. Wie die Polizei am Dienstagmorgen mitteilte, starben bei dem Unglück ausschließlich Erwachsene. Unter den Toten ist eine 50-jährige Betreuerin. Außerdem kamen zehn behinderte Frauen im Alter von 28 bis 68 Jahren ums Leben sowie drei Männer im Alter von 45 bis 68 Jahren. Nähere Informationen, auch zur genauen Todesursache, gab es nicht.

Angaben zur Unglücksursache konnten ebenfalls noch nicht gemacht werden. Eine Sonderkommission mit 36 Beamten arbeite mit Hochdruck an der Aufklärung der Brandursache. Am späteren Nachmittag wollte die Polizei auf einer Pressekonferenz über den Stand der Ermittlungen informieren.

Feuer-Katastrophe in Behindertenwerkstatt: 14 Tote

Feuer-Katastrophe in Behindertenwerkstatt: 14 Tote

Der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) warnte davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. „Wir sollten uns anschauen, was ermittelt wird, und dann daraus eventuelle Lehren ziehen, wenn sie denn zu ziehen sind“, sagte Gall dem Radiosender HR Info. Er sei manchmal verwundert darüber, wie schnell nach einem Unglück Lösungen präsentiert würden. Zur Brandursache wollte sich der SPD-Politiker mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern.

Der Präsident des Deutschen Caritas Verbandes, Peter Neher, kündigte an, das Notfall-Konzept der Werkstatt untersuchen zu lassen. Es sei logisch, dass nach so einer Katastrophe alle Einsatzmaßnahmen und Notfallpläne genau überprüft werden müssten, sagte Neher am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Bisher sei alles so geregelt gewesen, dass man davon ausgehen habe können, dass keine Katastrophe eintrete, sagte er weiter. Spezialisten müssten sich nun auf die Suche nach den Ursachen machen. Dann würden mögliche Konsequenzen geprüft.

Das Feuer war am Montagnachmittag in einer Behindertenwerkstatt der Caritas im Ortsteil Neustadt ausgebrochen, in der etwa 120 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung unter anderem in der Metall- und Holzverarbeitung sowie in der Elektromontage beschäftigt waren. Neben den 14 Todesopfern gab es acht Verletzte. Feuerwehr und Rettungsdienste waren mit einem Großaufgebot im Einsatz, auch zwei Rettungshubschrauber flogen zum Unglücksort. Angehörige der Opfer werden den Angaben zufolge psychologisch betreut.

Keine Hinweise auf fehlende Sicherheitseinrichtungen

Der Polizei zufolge kamen die 14 Menschen vermutlich durch das Feuer oder Rauchvergiftungen ums Leben. Die acht Verletzten erlitten Verbrennungen oder Rauchvergiftungen. Sie wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Lebensgefahr bestand den Angaben nach nicht. Rund 100 Menschen wurden aus dem brennenden Gebäude gerettet.

Die Ursache für den Brand ist der Polizei zufolge noch unklar. Hinweise auf fehlende Sicherheitseinrichtungen oder Mängel beim Brandschutz habe es nach einer ersten Beurteilung nicht gegeben, sagte ein Feuerwehrsprecher der Nachrichtenagentur dapd. Die automatische Brandmeldeanlage habe angeschlagen, der Brandschutz habe zumindest ein Ausbreiten auf andere Stockwerke verhindert. Eine eigene Sprenkelanlage habe es in dem betroffenen Neubau nicht gegeben.

Dass es mehrere Detonationen gegeben haben soll, konnte die Polizei weiterhin nicht bestätigen. Es sei über explosionsartige Geräusche berichtet worden, dabei könne es sich aber auch um berstende Scheiben gehandelt haben.

Das Netzwerk Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) schaltete indes eine kostenlose Hotline mit Spezialisten der Krisenintervention und Einsatzkräftenachsorge für Betroffene, Angehörige und belastete Einsatzkräften. Diese Hotline ist zu erreichen unter 0800/58 92 27 2.

dapd

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