Brennende Barrikaden bei Protesten im Libanon

- Beirut - Mit brennenden Reifen und Protestmärschen haben Anhänger der pro-syrischen Opposition im Libanon mehrere Zufahrtstraßen in Beirut und anderen Städten des Landes blockiert. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Anhängern der anti-syrischen Regierungsmehrheit wurden laut Polizei mindestens 15 Menschen verletzt.  Filmbericht

Im Norden des Landes kam es zu Ausschreitungen zwischen Anhängern der widerstreitenden Christengeneräle Michael Aoun und Samir Geagea.

Geagea, der wegen seiner Beteiligung an Attentaten während des Bürgerkrieges (1975-1990) elf Jahre im Gefängnis gesessen hatte und erst 2005 aus der Haft entlassen worden war, steht auf Seiten der Regierung von Ministerpräsident Fuad Siniora. Aoun war 2005 nach 14 Jahren im französischen Exil in den Libanon zurückgekehrt.

Die Opposition, zu der neben den Aoun-Anhängern vor allem Angehörige der Schiiten-Parteien Hisbollah und Amal gehören, hatte für Dienstag zu einem eintägigen Generalstreik aufgerufen.

Geagea spricht von "Staatsstreich"

Siniora hatte die Bevölkerung am Montag aufgefordert, den Streikaufruf zu ignorieren und zur Arbeit zu gehen. Christengeneral Geagea bezeichnete die Aktion der Opposition am Dienstag als «Staatsstreich».

Bereits seit Anfang Dezember demonstrieren Regierungsgegner mit einem Sitzstreik vor den Amtssitz des Ministerpräsidenten. Die Opposition verlangt die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit und bezichtigt Siniora der Unfähigkeit. Die Siniora-Regierung sieht in den Protesten dagegen einen Versuch der einstigen Schutzmacht Syrien, wieder mehr Einfluss im Libanon zu gewinnen.

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