Verschollenes Schriftstück im Supermarkt entdeckt

Brief aus Zweitem Weltkrieg enthüllt rührende Liebesgeschichte

Leigh - Eine Angestellte erledigte ihre Schicht in einem kleinen, britischen Supermarkt - als sie plötzlich eine unfassbare Entdeckung macht, die sie mit auf eine Zeitreise ins Jahr 1945 nimmt.

Ein verschollener Brief, der ganz plötzlich wieder auftaucht, eine rührende Liebesgeschichte und wieder auflebende Erinnerungen an den zweiten Weltkrieg: Was klingt wie das Drehbuch eines kitschigen Filmdramas, ist Teil der unglaublichen aber wahren Geschichte, die die Engländerin Stacie Adamson kürzlich erlebte. 

Adamson selbst hätte wohl nicht im Traum damit gerechnet, welch überraschende Wendung ihr Arbeitstag am 20. Oktober nehmen sollte: Alles schien wie immer, als sie in einem kleinen Supermarkt im britischen Leigh (Großraum Manchester) ihre Schicht erledigte - und plötzlich einen rätselhaften Brief entdeckte. Als sie sah, dass der vergilbte Umschlag auf das Jahr 1945 datiert war, wurde ihr sofort bewusst, dass sie etwas äußerst Wertvolles in den Händen hielt. 

Deshalb beschloss die Angestellte kurzerhand, den Brief vor dem Schredder zu retten und startete unter anderem über Facebook eine landesweite Suche nach Hinterbliebenen der Verfasserin und des Empfängers:

Denn tatsächlich handelte es sich bei dem Brief um einen Liebesbrief, den eine Frau namens Dorothy an den britischen Soldaten Harry Hughes adressiert hatte. Dieser war demnach im Zweiten Weltkrieg im heutigen Sri Lanka stationiert - unüberwindliche 8500 Kilometer trennten also das junge Liebespaar. 

Dorothys Worte berührten die Verkäuferin - und so stellte sie Nachforschungen an, die glücklicherweise genau das ergaben, was sie sich erhofft hatte: Die Liebesgeschichte hatte sich offenbar zum Guten gewendet und es gab eine hinterbliebene Familie von Harry Hughes und seiner Dorothy.  

Als Adamson schließlich Barbara White - eine von Dorothys und Harrys drei Töchtern - ausfindig machte und ihr gemeinsam mit Journalisten eines lokalen Nachrichtenmagazins die verloren geglaubte Zuschrift ihrer Mutter überbrachte, war diese überglücklich. 

Es gibt Hunderte dieser Briefe

In einem Gespräch mit der „Daily Mail“ erzählte White schon bald mehr über die Hintergründe des berührenden Briefwechsels ihrer Eltern: Demnach diente Harry Hughes im Zweiten Weltkrieg der Royal Air Force, weshalb die beiden jahrelang auf verschiedenen Kontinenten lebten. Eigentlich hatten sie schon vor dem Krieg heiraten wollen. Der britische Soldat entschied sich vor seiner Abreise jedoch gegen eine Ehe, weil ihn der Gedanke, Dorothy zur Witwe zu machen, zu sehr schmerzte.  

Nicht zuletzt wegen ihres regen Briefkontaktes, den keiner der beiden jemals abbrach, überlebte ihre Liebe den Krieg und die Hochzeit konnte nachgeholt werden. 

Harry verstarb im Jahr 2011 im Alter von 90 Jahren, Dorothy schließlich vier Jahre später mit 94 - allerdings nicht ohne vorher nochmal über ihr größtes Heiligtum zu sprechen - die Briefe von und an ihren Mann, die sie alle aufgehoben hat. „Es sind Hunderte“,erzählte White der „Daily Mail“. Die stolze Tochter betonte mehrmals, wie sehr sie ihre Eltern für deren starke Liebe bewunderte: "Sie waren auch am Ende noch so verliebt wie zu dem Zeitpunkt, an dem sie die Briefe geschrieben haben". 

Doch wie gelang einer dieser Briefe ausgerechnet in Adamsons kleinen Supermarkt? „Der Brief muss einer meiner Schwestern aus der Tasche gefallen sein, als sie gerade einkaufen war. Gott sei Dank wurde er gerettet“, meint White. 

Rubriklistenbild: © Facebook (Screenshot)

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