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Die britische Taliban-Geisel, die am Freitagabend bei einem Befreiungsversuch amerikanischer Einsatzkräfte in Afghanistan ums Leben kam, ist vermutlich von einer US-Granate getötet worden.

Taliban-Geisel starb wohl durch US-Befreier

London - Der Versuch, eine britische Geisel mit militärischer Gewalt aus den Händen der Taliban zu befreien, wurde zum Fiasko. Die Geisel ist tot. Und sie starb vermutlich auch noch durch eine Granate ihrer Befreier.

Die britische Taliban-Geisel, die am Freitagabend bei einem Befreiungsversuch amerikanischer Einsatzkräfte in Afghanistan ums Leben kam, ist vermutlich von einer US-Granate getötet worden. Das gab Großbritanniens Premierminister David Cameron am Montag in London nach einem Telefonat mit dem US-Kommandeur in Afghanistan, General David Petraeus, bekannt.

Es seien “neue Indizien ans Licht gekommen“, sagte Cameron. Zuvor hatte es geheißen, die Entführer hätten eine Sprengstoffweste in der Nähe der 36-jährigen Entwicklungshelferin zur Explosion gebracht und sie damit getötet. Cameron kündigte eine umfassende Untersuchung an, um die Vorfälle in Afghanistan lückenlos aufzuklären. Es sei höchst bedauerlich, dass die ursprünglichen Informationen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zutreffen.

Das sind die Taliban

Das sind die Taliban

Die Frau war vor rund zwei Wochen in der Provinz Kunar gefangen genommen worden. Drei Afghanen, die mit ihr gemeinsam verschleppt worden waren, kamen inzwischen auf freien Fuß.

Am Freitag hatten die britischen Behörden auf der Grundlage von Geheimdienstinformationen den Befehl zum Zugriff gegeben. Außenminister William Hague sagte, dies habe die größte Chance geboten, die Frau in Sicherheit zu bringen. Hague hatte am Samstag gesagt, ausschließlich die Entführer seien für den Tod der Frau verantwortlich.

Auch NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bezeichnete die Entführer der britischen Entwicklungshelferin am Montag als alleinverantwortlich für den Tod. “Wir haben eine Untersuchung eingeleitet, um herauszufinden, was wirklich passiert ist“, sagte Rasmussen in Brüssel.

Hague sagte am Montag, die britischen Behörden seien von Anfang an einverstanden gewesen, dass US-Kräfte den Befreiungsversuch starten. Er bedankte sich ausdrücklich bei den US-Soldaten, die ihr eigenes Leben bei dem Versuch aufs Spiel gesetzt hätten, eine Britin zu retten. “Alle diese Rettungsversuche bergen ein gewisses Risiko“, sagte der Außenminister. Es habe keine Verhandlungen über Lösegeld oder andere Forderungen der Entführer gegeben.

dpa

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