Frischer Brokkoli.
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Frischer Brokkoli. Nicht alle schätzen das Gemüse.

Forscher finden eindeutige Hinweise

Brokkoli-Hass: Darum schmeckt das Gemüse vielen Kindern und Erwachsenen nicht

  • Martina Lippl
    VonMartina Lippl
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Brokkoli - das Wort allein genügt, um Gemüter zum Brodeln zu bringen. Einige Kinder - auch Erwachsene lehnen das Gemüse kategorisch ab. Forscher sind dem auf der Spur.

London/Canberra - Brokkoli oder Blumenkohl - sind für viele Kinder, aber auch Erwachsene ein Gräuel. Es schmeckt einfach nicht. Das liegt an den Speichel-Bakterien im Mund, wie ein Forscherteam herausgefunden hat.

Ein Mix aus Brokkoli-Enzymen und Bakterien im Speichel kann nämlich unangenehme schwefelhaltige Gerüche erzeugen. Allerdings, sei der Speichel von Menschen sehr individuell. Die Mengen der Enzyme im Speichel unterschiedlich. Einige produzieren hohe Mengen an flüchtigen geruchsaktiven Schwefelverbindungen, andere weniger, wie es in dem Bericht heißt, der im Fachmagazin Journal of Agricultural and Food Chemistry veröffentlicht wurde. Dies könne laut den Wissenschaftlern die Liebe zu Brokkoli oder Abneigung für Kohlgemüse beeinflussen.

Brokkoli: Darum schmeckt das Gemüse vielen Kindern und Erwachsenen nicht

Die Forscher identifizierten für die Studie die wichtigsten geruchsaktiven Verbindungen in rohem und gedünsteten Blumenkohl und Brokkoli. Dann bewerteten 98 Familien mit Kindern diese Gerüche. Besonders schlecht schnitt dabei Dimethyltrisulfid ab. Es riecht faul und schwefelig.

In einem weiteren Schritt vermischte das Forscherteam Speichelproben mit rohem Blumenkohl-Pulver, um entstehenden flüchtigen Verbindungen zu untersuchen. Das Ergebnis: Kinder, deren Speichel hohe Mengen an flüchtigen Schwefelverbindungen produzierte, mochten Brokkoli nicht. Bei Erwachsenen konnten die Forschenden jedoch keinen Zusammenhang beobachten. Möglicherweise lernten sie, den Geschmack im Laufe der Zeit zu tolerieren.

Brokkoli-Rätsel: Forscher finden eindeutige Hinweise

Bei den Probanden stellte das Forscherteam einen großen Unterschied in der Produktion von flüchtigem Schwefel fest. Kinder hätten normalerweise ähnliche Werte wie ihre Eltern. Wahrscheinlich, weil ihre Mikrobiome ähnlich sind, erklären die Forscher. Die Zusammensetzung des menschlichen Mikrobioms ist sehr variabel. Ernährung, Medikamente und Immunkompetenz sind Faktoren, die das Mikorbiom beeinflussen.(ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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