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Über 20 Menschen wurden bei dem Crash verletzt, doch niemand kam ums Leben.

Experten rätseln

Bruchlandung vor Bali: Pilot übermüdet?

Bangkok - Nach der spektakulären Bruchlandung einer Boeing in Indonesien kommt ein böser Verdacht auf: Zwingt der Pilotenmangel des Billigfliegers zu ungesund langen Schichten? 

Die 101 Passagiere und sieben Crew-Mitglieder hatten Glück im Unglück: Es gab bei der dramatischen Bruchlandung vor Bali keine Toten. Alle Menschen an Bord konnten gerettet werden. Doch die Boeing 737 war nagelneu, die Sichtverhältnisse gut, der Pilot erfahren. Tests auf Drogen und Alkohol fielen negativ aus.

Fachleute rätseln jetzt also: Warum crashte das Flugzeug? Einige Luftfahrtexperten spekulierten über Scherwinde, die in den Tropen plötzlich starke abwärtsgerichtete Luftströmungen verursachen können. Doch es gibt auch noch eine andere Theorie:  „Ich nehme an, der Pilot war wegen Überarbeitung übermüdet“, sagte Luftfahrtgesundheitsexperte Wawan Mulyawan Reportern.

Seit 2011 sind nach Medienberichten mehrere Piloten des Billigfliegers Lion Air mit Aufputschmitteln erwischt und festgenommen worden, mit der synthetischen Droge Metamphetamin etwa. So etwas Ähnliches nahmen Piloten im Zweiten Weltkrieg, um die Konzentration zu schärfen. Sind die Piloten bei Lion Air, der größten privaten Airline Indonesiens, überarbeitet? Zwingt Pilotenmangel die Flugzeugführer zu längeren Schichten als gesund und sicher ist?

Lion-Air-Direktor Edward Sirait wies das zurück. Piloten dürfen in einer Schicht bis zu fünfmal starten und landen. „Kapitän Ghazali war gesund und hatte seit dem Morgen vier Routen geflogen“, sagte er auf einer Pressekonferenz. Doch niemand bestreitet, dass in Indonesien akuter Pilotenmangel herrscht. Bobby Mamahit, Personalentwicklungschef im Verkehrsministerium, glaubt, dass dies viele Piloten zu Überstunden zwingt, wie die Zeitung „Jakarta Globe“ im Januar berichtete. Da war gerade 30 Piloten vorübergehend die Lizenz entzogen worden, weil sie zu lange in der Luft waren.

Flugschreiber sichergestellt

Spezialisten stellten einen der beiden Flugschreiber sicher. Das Gerät, das die Gespräche im Cockpit aufzeichnet, konnte noch nicht geborgen werden. Es befindet sich im Heck, das abgesunken ist. „Die Wellen werfen das Heck hin und her“, sagte Ervan. „Es könnte jederzeit vollständig sinken, das würde die Taucher gefährden.“ Schlepper zogen das Wrack am Sonntag vorsichtig näher ans Ufer. Es soll untersucht und dann in Einzelteile zerlegt und geborgen werden. Die Aussage der Piloten zum Unfallhergang wurde zunächst nicht veröffentlicht.

An Bord waren nach Behördenangaben neben Indonesiern vier Ausländer: ein Franzose, ein Belgier und zwei Singapurer. Das Auswärtige Amt in Berlin ging davon aus, dass keine Deutschen in dem Flugzeug waren.

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