Ex-Minister Bernard Tapie
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Bernard Tapie ist in Frankreich eine schillernde Figur - immer wieder geriet er auch in Konflikt mit der Justiz. (Archivbild).

Kriminalität

Brutaler Einbruch bei französischem Ex-Minister Tapie

«Alptraum» an Ostern: Vermummte Kriminelle haben den früheren Politiker, Adidas-Eigner und Fußballmanager Bernard Tapie in dessen Haus überfallen. Tapies Frau musste im Krankenhaus behandelt werden.

Paris (dpa) - Ein brutaler Einbruch beim früheren Adidas-Eigner, Minister, Schauspieler und Fußballmanager Bernard Tapie sorgt für Entsetzen in Frankreich.

Die Täter seien «mit extremer Gewalt» vorgegangen, sagte der Bürgermeister von Combs-la-Ville, Guy Geoffroy. In dem Ort bei Paris wohnt der 78-jährige Tapie mit seiner Ehefrau Dominique. Das Ehepaar sei bei dem Vorfall in der Nacht zu Sonntag geschlagen und Tapies Frau an den Haaren gezogen worden. Es gehe den beiden nun den Umständen entsprechend, sagte Geoffroy. Dominique Tapie wurde zwischenzeitlich im Krankenhaus behandelt.

Berichten zufolge waren vier vermummte und schwarz gekleidet Einbrecher kurz vor Mitternacht in das Haus eingedrungen. Das Paar sei gefesselt worden. Auch Tapies Sohn Stéphane schilderte brutale Szenen. «Sie wurden mit Lampen angeleuchtet und so geweckt, gefesselt und verprügelt», sagte er dem Sender BFM TV. Es sei ein «Alptraum» gewesen.

Die Einbrecher hätten nach einem Safe gesucht, den es aber nicht gebe. Dominique Tapie habe sich schließlich zu den Nachbarn retten können, von dort wurde ein Alarm ausgelöst. Die Einbrecher seien mit mehreren Wertsachen geflüchtet.

Tapie ist in Frankreich eine schillernde Figur. Zuletzt machte er Schlagzeilen wegen eines Gerichtsprozesses wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel. Der frühere Chef des Fußballclubs Olympique Marseille hatte sich beim Verkauf von Anteilen am deutschen Sportartikelhersteller Adidas Anfang der 1990er Jahre von der Staatsbank Crédit Lyonnais geprellt gesehen und geklagt.

In einem Schiedsverfahren bekam Tapie 2008 mehr als 400 Millionen Euro Entschädigung zugesprochen. Er soll dabei seine politischen Beziehungen spielen lassen haben. Der Schiedsspruch wurde später aber von einem Zivilgericht aufgehoben.

Tapie hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Er war im Sommer 2019 von den Vorwürfen des Betrugs und der Veruntreuung staatlicher Gelder freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen Berufung eingelegt. Der Berufungsprozess soll im Mai beginnen - er war wegen Tapies Gesundheitszustand zuletzt verschoben worden, der 78-Jährige leidet an einer Krebserkrankung.

© dpa-infocom, dpa:210405-99-88117/3

Die Täter seien «mit extremer Gewalt» vorgegangen, berichtet der Bürgermeister von Combs-la-Ville - hier lebt Tapie mit seiner Ehefrau.

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