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Buckelwal vor Dänemark gesichtet

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Stralsund - Der in der Ostsee gesichtete Buckelwal sucht offenbar den Rückweg in die Nordsee. Das Tier sei am Sonntagabend vor der dänischen Ortschaft Gedser gesichtet worden, sagte der Stralsunder Meeresbiologe Klaus Harder am Montag. Bereits am Freitag war der Wal in der Lübecker Bucht vor Niendorf aufgetaucht.

"Wir sind ganz hoffnungsfroh, dass der Wal wieder in den Kattegat und in die Nordsee findet", sagte Harder. Seinen Angaben zufolge orientieren sich Buckelwale nicht vorrangig über Schall, sondern über Landmarken und am Salzgehalt der Gewässer. Das zunehmend salziger werdende Wasser gebe dem Tier Orientierungshilfe auf seinem Rückweg.

Obwohl der zwölf Meter lange Wal auf den letzten Fotos einen stark abgemagerten Eindruck mache, räumen die Meeresbiologen dem Meeressäuger noch immer gute Überlebenschancen ein. "Das Tier war in den vergangenen Tagen sehr mobil", sagte Harder. Von daher sei anzunehmen, dass der Wal für den Rückweg ausreichend Kraft habe. Zudem sei in der westlichen Ostsee das Nahrungsangebot für einen Buckelwal, der im Normalfall täglich zwischen einer bis anderthalb Tonnen Krill und Fisch vertilgt, besser als vor Rügen oder Polen. Der letzte Buckelwal, der sich im August 1978 in die Ostsee verirrte, hatte vermutlich ebenfalls den Rückweg in die Nordsee gefunden. Er war im November 1978 ein letztes Mal gesichtet worden.

Die Fischer in Mecklenburg-Vorpommern haben nach Angaben ihres Landesverbandes kein Problem mit dem außergewöhnlichen Gast. Sie sähen den Wal nicht als Konkurrenten, sagte Verbandschef Norbert Kahlfuß. Weder gebe es Beschwerden von Fischern, die eine Schädigung der Fischgründe befürchteten, noch gebe es Ängste, dass der Wal Stellnetze beschädigen könne. "Wir wünschen dem Wal, dass er den Ausgang aus der Ostsee findet", sagte Kahlfuß.

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