Bundesregierung: Schiff mit Deutschem entführt

Berlin - Die Bundesregierung hat die Entführung eines Schiffes mit deutschem Kapitän durch Piraten bestätigt. Von einer zweiten Entführung sei aber nichts bekannt, hieß es.

Die Bundesregierung hat die Entführung eines Schiffs mit deutschem Kapitän bestätigt. Der Flüssiggastanker “York“ einer griechischen Reederei sei nach Erkenntnissen des Auswärtigen Amts “leider in der Hand von Piraten“, sagte Ministeriumssprecher Andreas Peschke am Montag in Berlin. Das Schiff war mit 17 Mann Besatzung auf dem Weg von Kenia auf die Seychellen, als es am Samstag gekapert wurde. Die Entführung eines weiteren Frachters mit deutschen Besatzungsmitgliedern könne er nicht bestätigen, sagte Peschke. Der Krisenstab des Auswärtigen Amts gehe aber allen Hinweisen dazu nach.

An Bord des Mehrzweck-Schwergutfrachters “Beluga Fortune“, der am Sonntagmorgen einen Notruf geschickt hatte, sollen sich zwei deutsche Staatsbürger befinden. Die Bremer Reederei, der das Schiff gehört, erklärte, es habe offensichtlich einen Übergriff und die Kaperung des Schiffes durch somalische Piraten im zentralen indischen Ozean gegeben. Der Frachter war auf dem Weg von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Südafrika. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Christian Dienst, sagte, vordringliche Aufgabe der EU-Mission “Atalanta“ am Horn von Afrika sei der Schutz der Lieferungen des Welternährungsprogramms für Somalia.

Der Schutz der Schiffe vor Piraten sei schon wegen der Größe des Seegebiets eine Herausforderung. Auch seien die Piraten mittlerweile besser ausgestattet. Das gefährdete Gebiet werde folglich immer größer. Außenamtssprecher Peschke sagte, alle seien sich einig, dass man gegen die Wurzeln der Piraterie vorgehen müsse. Das bedeute auch, in Somalia die sehr schwache Übergangsregierung zu stützen. “Das ist ein sehr, sehr mühsames Unterfangen“, meinte Peschke.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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