Bundeswehr: Jeder fünfte Freiwillige bricht ab

Berlin - Wenig Durchhaltevermögen: Seit dem Start des freiwilligen Wehrdienstes im Juli haben mehr als 20 Prozent der Neulinge die Bundeswehr schon wieder verlassen.

Wie das Verteidigungsministerium am Sonntag in Berlin mitteilte, beendeten 780 der 3459 Freiwilligen ihren Dienst vorzeitig - das sind 22,5 Prozent. Neben privaten Gründen seien andere Jobangebote sowie andere Vorstellungen vom Dienst in der Bundeswehr ausschlaggebend gewesen.

“Mit der Zahl der Abbrecher kann ich nicht zufrieden sein“, erklärte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU). “Klar ist: Es ist richtig und fair, dass derjenige, der freiwillig kommt, natürlich auch freiwillig wieder gehen kann.“ Die Gründe für das Ausscheiden würden nun analysiert, damit die Bundeswehr gegensteuern könne. Anfang 2012 solle eine Gesamtbilanz zur Probezeit gezogen werden.

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Zum 4. Oktober - dem zweiten Starttermin - werden nach Angaben des Ministeriums weitere 4542 Freiwillige ihren Dienst in den Streitkräften antreten, davon 142 Frauen. Ihre Verpflichtungsdauer beträgt im Durchschnitt 15 Monate. “Die Zahlen sind gut, dürfen aber kein Ruhekissen für die kommenden Jahre sein“, erklärte de Maizière. “Wir werden weiter daran arbeiten, dass der freiwillige Dienst bei der Bundeswehr attraktiv und eine wertvolle, fordernde Zeit im Lebenslauf junger Menschen ist.“

Nach einem Bericht das Magazins “Focus“ plant die Bundeswehr ein Attraktivitätsprogramm. Geplant seien etwa bessere Wohnmöglichkeiten für Familien, Kindertageseinrichtungen und Eltern-Kind-Arbeitszimmer. Darüber hinaus sollten die “Verpflichtungsprämie“ über 2011 hinaus gezahlt und Versorgungsanwartschaften bei einem Wechsel in die Privatwirtschaft mitgenommen werden können. Der finanzielle Spielraum für ein solches Programm betrage 200 Millionen Euro.

dpa

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