Bundesweite Razzia gegen Cannabis-Anbau - 1500 Beamte im Einsatz

Düsseldorf/Aachen - In einer bundesweiten Razzia ist die Polizei am Montag gegen die Betreiber von Cannabis-Plantagen vorgegangen. An dem Einsatz gegen die Rauschgiftkriminalität in allen Bundesländern gegen 6.00 Uhr morgens beteiligten sich rund 1500 Polizeibeamte.

Mehr als 200 Wohnungen und Betriebsräume seien durchsucht worden, berichteten die Aachener Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen. Ein Unternehmen in Aachen soll Zubehör zur Errichtung von professionellen Cannabis-Plantagen über Internet und ein Ladenlokal verkauft und die illegalen Hanfbauern beraten haben. Der Schwerpunkt der Razzia liegt in Nordrhein-Westfalen.

Die Durchsuchungen richteten sich gegen die 42 und 43 Jahre alten Inhaber des sogenannten "Grow-Shops" und deren Kunden. Insgesamt seien gegen 214 Personen Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt worden. "Ziel des Einsatzes ist das Aufspüren von Cannabis-Plantagen, die bei den Kunden des Grow-Shops erwartet werden", hieß es bei LKA und Staatsanwaltschaft. Bei der Aktion gegen die illegalen Hanfbauern hat das LKA in NRW die deutschlandweite Federführung.

Der "Grow-Shop" in einem kleinen Ort bei Aachen stellt sich im Internet als "Gewächshausspezialist" vor. Ob Blumenerde oder "Homeboxen" zur Aufzucht von Pflanzen, der Shop biete alles für den Garten, heißt es in der Internet-Werbung. Europaweit würden die Produkte hauptsächlich über den Internet-Shop vertrieben, das Unternehmen liefere aber selbst aus. Einen Schwerpunkt im Portfolio bildeten "Natriumdampfentladungsgeräte" mit speziellen Vorschaltgeräten. Nicht nur Kunden aus dem Hobbybereich, sondern auch Unternehmen zählten zu den zufriedenen Kunden. "Gewächshaustechnik für große und kleine Gartenträume", heißt es in dem Internet-Werbespot. Teile des Angebotes bekomme man auch im Baumarkt, sagte eine Sprecherin des LKA. Aber die Konstellation des Angebotes sei für die Ermittler auffällig gewesen.

Die 238 Durchsuchungen finden in allen 16 Bundesländern statt. Mit 63 Objekten sei Nordrhein-Westfalen Schwerpunkt. Beteiligt seien alle 27 Kreispolizeibehörden in NRW. Mit ersten Ergebnissen rechnete die Polizei am Nachmittag.

Auch interessant

Kommentare