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119 Menschen sind bei den verheerenden Buschbränden 2009 in Australien ums Leben gekommen. Opfer der Katastrophe erhalten nun eine Entschädigung in Rekordhöhe.

Doppelt so hoch wie üblich

Buschbrand-Opfer erhalten Rekordentschädigung

Melbourne - Fast sechs Jahre nach den verheerenden Buschbränden in Australien haben Opfer vor Gericht eine Entschädigung verlangt. Nun sprachen die Richter das Urteil - in Rekordhöhe.

Fast sechs Jahre nach den verheerenden Buschbränden bei Melbourne in Australien hat ein Richter rund 5000 Geschädigten eine Rekordentschädigung zugesprochen. Sie bekommen zusammen 494 Millionen Australische Dollar - rund 330 Millionen Euro. Die Summe ist nach einem Bericht des Senders ABC mehr als doppelt so hoch wie die bislang höchste Entschädigungssumme, die nach einer Sammelklage in Australien ausgezahlt worden war.

Geklagt hatten Opfer der Buschbrände in Kilmore East, 85 Kilometer nördlich von Melbourne. Im Februar 2009 waren dort 119 Menschen ums Leben gekommen, 1000 verletzt worden und mehr als 1700 Häuser abgebrannt. Die Einigung sei „eine Erleichterung, sie tröstet etwas“, sagte Carol Matthews im Rundfunk. Ihr Sohn war damals gestorben. Viele Überlebende seien in finanziellen Schwierigkeiten.

Die Brände von Kilmore East gingen als „schwarzer Samstag“ in die Geschichte ein und gelten als größte Naturkatastrophe Australiens in den vergangenen Jahrzehnten. In der Nähe kamen 50 weitere Menschen bei Buschbränden ums Leben. Die Region im Südosten des Landes erlebte damals Rekordtemperaturen von mehr als 40 Grad. Die Feuerwehr hatte vor hoher Brandgefahr gewarnt.

Den größten Teil der Entschädigung muss der Stromerzeuger SP zahlen, weil Experten ein veraltetes Stromkabel als Ursache der Katastrophe ermittelt hatten. Ein mehr als 40 Jahre alter Stromleiter verursachte demnach wegen Materialermüdung und schlechter Installation einen Funkenschlag. Einen kleineren Betrag muss eine Firma zahlen, die für die Wartung der Leitung zuständig war. Die Unternehmen haben die Schuld an den Bränden zwar bestritten, der Entschädigung aber zugestimmt. Auch der Bundesstaat Victoria beteiligt sich daran.

dpa

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