+
Ein Schüler erkannte den Ernst der Lage als Erster.

60 Kinder überleben

Buscrash auf Bahnübergang: Schüler gab ersten Alarm

Buxtehude - Am Tag nach dem Zusammenstoß eines Zuges und eines Schulbusses in Buxtehude sind neue Details zum Unfallhergang bekanntgeworden. Ein Schüler erkannte den Ernst der Lage als Erster.

Nicht nur die Busfahrerin reagierte kurz vor dem Unfall fix, vor allem ein Schüler verhinderte Schlimmeres: Vor dem Zusammenstoß eines Zuges mit einem Schulbus im niedersächsischen Buxtehude hat ein Jugendlicher durch sein geistesgegenwärtiges Handeln seine Mitschüler gerettet. Als sich der Regional-Express dem Bus näherte, der auf einem Bahnübergang festsaß, machte der Schüler die Busfahrerin durch lautes Rufen auf den Zug aufmerksam. Das teilte die Busgesellschaft am Donnerstag nach einem ersten Gespräch mit der Fahrerin mit.

Nach dem Alarmruf des Jungen habe die Fahrerin am Mittwochmorgen alle Türen geöffnet, so dass die 60 Schüler aus dem Bus rennen und sich in Sicherheit bringen konnten. Wenige Augenblicke später krachte der Doppelstockzug trotz einer Notbremsung in den hinteren Teil des Gelenkbusses. Ein Bahnfahrgast wurde verletzt.

Bei dem Jungen, der mit seinen Rufen ein schnelles Räumen des Busses veranlasste, handelte es sich nach einem Bericht des „Stader Tageblattes“ um den Sohn des Ortsbrandmeisters. „Wir müssen hier raus“, habe der 13-Jährige gerufen, der selber schon Jugendfeuerwehrmann ist.

Als der Zug in der Ferne auftauchte, war die 23 Jahre alte Busfahrerin gerade dabei, per Telefon die Leitstelle des Busunternehmens über ihre missliche Lage zu informieren, teilte die Verkehrsgesellschaft mit. Wegen Bauarbeiten musste der Bus einen Umweg fahren. Weil er zu eng in einen Abzweig hinter dem Bahnübergang eingebogen war, hatte das Gelenk des Busses blockiert.

Um den Unfallhergang zu klären, wollte die Polizei die Busfahrerin, den Lokführer und die Kinder befragen. Außerdem sollte der ramponierte Bus untersucht werden. Ob es zu strafrechtlichen Ermittlungen kommt, war noch offen. Auch die Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes nahm in Buxtehude Ermittlungen auf. Dabei gehe es auch darum, Sicherheitsempfehlungen zu geben, damit sich ähnliche Unfälle nicht wiederholen, sagte eine Sprecherin.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brände in Schweden lodern weiter
Über Schwedens Wäldern liegt weiter dichter Qualm. So dicht, dass die Löschflugzeuge mancherorts nicht abheben können. Trotzdem gibt es erstmals seit Tagen gute …
Brände in Schweden lodern weiter
Kampf gegen Aids: Experten warnen vor dramatischem Scheitern
Dem Kampf gegen HIV und Aids wird nicht mehr so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie früher. Experten schlagen aufgrund eines starken Anstieges von Neuinfektionen Alarm.
Kampf gegen Aids: Experten warnen vor dramatischem Scheitern
Schreckliche Tat in Hamburg: 19-Jährige sucht bei Ebay nach Job - und wird vergewaltigt
Einen Albtraum musste eine 19-jährige Hamburgerin erleben, nachdem sie sich auf der Plattform Ebay-Kleinanzeigen für einen Job beworben hatte. Sie wurde …
Schreckliche Tat in Hamburg: 19-Jährige sucht bei Ebay nach Job - und wird vergewaltigt
Nach 19 Jahren Haft in Indonesien: Französischer Drogenschmuggler zurück in Europa 
Weihnachten 1999 war der französische Drogenschmuggler Michael Blanc am Flughafen auf Bali mit 3,8 Kilogramm Haschisch erwischt worden. Erst 19 Jahre später darf er als …
Nach 19 Jahren Haft in Indonesien: Französischer Drogenschmuggler zurück in Europa 

Kommentare