+
Schornstein eines Fährschiffs in Rostock: Klimaschutz muss nicht teuer seit, sagt eine neue Studie. Foto: Jens Büttner/Archiv

Calderón-Kommission will mit zehn Punkten Klimaziel erreichen

Klimaschutz ist nötig, aber auch teuer, meinen viele Politiker. Muss gar nicht sein, sagt eine neue Studie. Demnach könnte Klimaschutz Billionen Dollar bringen - wenn man es richtig macht.

Washington (dpa) - Eine hochkarätige internationale Kommission hat zehn Punkte vorgeschlagen, um den Klimawandel auf wirtschaftlich sinnvolle Weise zu bremsen.

Dazu zählen eine stärkere internationale Zusammenarbeit, höhere Energieeffizienz sowie ein geringerer Schadstoffausstoß von Schiffen und Flugzeugen. Mit den Vorschlägen könne das internationale Ziel, die Erderwärmung auf höchsten zwei Grad zu begrenzen, zu 96 Prozent erreicht werden, heißt es in dem heute vorgestellten Report der Global Commission on the Economy and the Climate.

"Dieser Bericht zeigt, dass Erfolg möglich ist. Wir können Wirtschaftswachstum haben und gleichzeitig die gefährliche Verschmutzung stoppen", sagte der Chef der Kommission, Mexikos früherer Präsident Felipe Calderón. "Der Report beweist, dass ein einst fernliegendes Ziel in greifbarer Nähe ist. Wir können weltweiten Wohlstand erreichen und gleichzeitig das Klima schützen." Die Kommission besteht aus 24 Politikern, Wirtschaftslenkern und Wissenschaftlern. Darunter sind der britische Ökonom Nicholas Stern und aus Deutschland der frühere Weltbank-Chef Caio Koch-Weser.

Der Report schlägt zum Beispiel eine stärkere internationale Zusammenarbeit zwischen Kommunen vor, um sich gegenseitig bei der klimaverträglichen Entwicklung zu stärken. Das betreffe bessere Verkehrssysteme, günstigere Abfallentsorgung und klimafreundlichere Gebäude. Bis zum Jahr 2050 könnten so 17 Billionen Dollar (15,4 Billionen Euro) gespart werden. Um 18 Billionen Dollar könne das globale Sozialprodukt bis 2035 steigen, wenn Politiker für Geräte, Licht und Fahrzeuge höhere Wirkungsgrade vereinbaren und entsprechende Investitionen anschieben würden.

Zudem sollten die Länder in Lateinamerika und in Afrika bei der Aufforstung zusammenarbeiten. Bis 2030 solle der Prozess der Entwaldung gestoppt werden. Die Kommission plädiert auch für schärfere Grenzwerte beim Kohlendioxidausstoß im Luft- und Schiffsverkehr. Allein in der Schifffahrt könnten so 200 Milliarden Dollar an Treibstoffkosten eingespart werden - pro Jahr. Das Papier lobt die Wirtschaftsförderung für erneuerbare Energien in Deutschland.

Das Zwei-Grad-Ziel war 2009 bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen anvisiert worden. Auf ihrem Gipfel in Elmau bekannten sich die G7-Länder erneut dazu. Damit soll die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf höchstens zwei Grad begrenzt werden.

Bericht

Kommission

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Kundin“, nicht „Kunde“ - Seniorin pocht vor BGH auf weibliche Anrede
Die Welt der Formulare ist männlich. Werden Frauen benachteiligt, wenn nur vom „Kunden“ oder „Kontoinhaber“ die Rede ist? Eine Sparkassen-Kundin findet das und zieht vor …
„Kundin“, nicht „Kunde“ - Seniorin pocht vor BGH auf weibliche Anrede
Mädchen in Supermarkt erstochen: Jetzt steht fest - Tatverdächtiger ist älter
Ein Afghane soll ein deutsches Mädchen in einem Supermarkt in Kandel (Rheinland-Pfalz) umgebracht haben. Jetzt steht fest: Der Tatverdächtige ist älter, als er selbst …
Mädchen in Supermarkt erstochen: Jetzt steht fest - Tatverdächtiger ist älter
Ärztin klagt erfolgreich auf Löschung aus Bewertungsportal
Eine Kölner Ärztin will raus aus dem Ärztebewertungsportal Jameda und siegt nun vor dem Bundesgerichtshof: Ihr Profil muss entfernt werden - und Jameda sein …
Ärztin klagt erfolgreich auf Löschung aus Bewertungsportal
Sexuelle Ausbeutung: Oxfam-Skandal weitet sich aus
Der Skandal weitet sich aus: Der Hilfsorganisation Oxfam sind 26 neue Berichte über sexuelles Fehlverhalten von Mitarbeitern bekannt geworden.
Sexuelle Ausbeutung: Oxfam-Skandal weitet sich aus

Kommentare