Nach Legalisierung in Tschechien

Patienten warten weiter auf Cannabis

Prag - Ein Jahr nach der Legalisierung von Cannabis für medizinische Anwendungen in Tschechien hat das Pflanzenmittel  noch keinen Patienten erreicht. Kritiker warfen den Verantwortlichen mutwillige Verzögerung vor.

Das berichteten tschechische Medien am Dienstag. Zwar können Ärzte bei schweren Erkrankungen wie Krebs, multipler Sklerose oder Parkinson nun Cannabis verschreiben, doch ist das Mittel noch nicht verfügbar.

Kritiker warfen dem Gesundheitsministerium mutwillige Verzögerung bei der Vergabe von Züchterlizenzen vor. „Das sind Spielchen, um die Gewinne der Pharmakonzern zu schützen“, sagte Zdenek Majzlik, Vater einer Multiple-Sklerose-Erkrankten, im Nachrichtensender CT24.

Um eine offizielle Genehmigung für den Cannabis-Anbau will sich unter anderen die pharmazeutische Fakultät der renommierten Karls-Universität in Prag bemühen. Einige Forscher schreiben Cannabis eine entzündungshemmende Wirkung zu. Eine Umfrage hatte voriges Jahr ergeben, dass 97 Prozent der Tschechen eine Freigabe der Nutzung von medizinischem Marihuana unterstützen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

10.200 Kilometer: Sommerferien beginnen mit Staurekord
Geduldprobe zu Urlaubsbeginn: Statt rasch zum Ferienziel zu gelangen stehen viele genervte Autofahrer stundenlang auf den Autobahnen. Der ADAC hat drei Erklärungen dafür.
10.200 Kilometer: Sommerferien beginnen mit Staurekord
Thüringen: Widerliche Attacke auf die Autos eines Paares
Bizarrer Vorfall im thüringischen Kölleda, wie man ihn wohl nur seinen ärgsten Feinden wünscht: Zwei Autos wurden mit menschlichen Fäkalien überschüttet.
Thüringen: Widerliche Attacke auf die Autos eines Paares
Der Sommer kehrt zurück nach Deutschland
Offenbach (dpa) - Nach dem kühlen Wochenende können sich die Menschen in Deutschland wieder auf wärmere Temperaturen einstellen. Das Hochdruckgebiet Daryl nähere sich …
Der Sommer kehrt zurück nach Deutschland
Kein Amalgam mehr für Kinder und Schwangere in der EU
Amalgam gilt Zahnärzten als langlebiger und günstiger Füllstoff, der umfangreich getestet ist. Doch das enthaltene giftige Quecksilber sorgt immer wieder für Debatten. …
Kein Amalgam mehr für Kinder und Schwangere in der EU

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.