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Gegen einen möglichen Castor-Transport durch Thüringen protestieren am Dienstag rund 500 Atomkraftgegner vor dem Hauptbahnhof in Erfurt.

Castor-Transport vorzeitig gestartet

Aix-en-Provence - Der Castorzug nach Deutschland ist am Dienstagabend aus dem südfranzösischen Aix-en-Provence losgefahren.

Dutzende Einsatzwagen der französischen Sonderpolizei CRS und zwei Helikopter begleiteten den Konvoi mit insgesamt vier Castoren bei seinem Start aus einem Güterbahnhof. Er wird in den kommenden zwei Tagen mehr als 1.500 Kilometer nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern zurücklegen.

In den Castoren befinden sich rund 2500 Brennstäbe aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe und vom Atomschiff “Otto Hahn“, die jahrelang in den Atomlaboren in Cadarache lagerten. Auf dem weitläufigen Gelände rund 30 Kilometer von Aix-en-Provence entfernt werden militärische und zivile Produkte der Kernkraft erforscht und weiter verarbeitet.

Castor: Proteste gegen den Atom-Müll-Transport

Castor: Proteste gegen den Atom-Müll-Transport

Der Zug fuhr um exakt 20.00 Uhr und damit 25 Minuten früher ab als es nach internen Dokumenten der französischen Bahn SNCF zunächst geplant war. Somit wird er je nach Route die deutsche Grenze zwischen elf und 17 Uhr am Mittwoch erreichen. Nach den Planungen der SNCF, die dapd vorliegen, sollte der Castor Dienstagabend gegen 23 Uhr Avignon und gegen drei Uhr in der Nacht zum Mittwoch Lyon passieren. Im Nord-Osten des Nachbarlandes ergeben sich dann vier verschiedene Routen nach Deutschland. In Lauterburg würde der Transport am Mittwoch um 15.01 Uhr die Grenze überfahren, in Kehl um 14.16 Uhr. Aufgrund von zwei verschiedenen möglichen Anfahrten könnte er Neuenburg entweder um 11.39 Uhr oder 15.57 Uhr passieren, den Grenzort Forbach hingegen um 12.17 Uhr oder erst um 17.10 Uhr. Es wird von den Protesten am Transportweg abhängen, wie plangemäß der radioaktiv beladene Zug eintreffen wird.

“Atomenergie tötet unsere Zukunft“

Auch auf dem Güterbahnhof in Aix-en-Provence in einem belebten Industriegebiet versammelten sich Atomkraftgegner von Greenpeace und dem französischen Netzwerk “sortir du nuclaire“ bei eisigen Temperaturen. Als sich die Abfahrt des Zuges durch ein Signal ankündigte, entrollten sie eine drei Meter breite Banderole mit der Inschrift “Atomenergie tötet unsere Zukunft.“ Ein Greenpeace-Aktivist sagte, die hochradioaktive Fracht dürfe nicht an die Ostseeküste abgeschoben werden.

Die Kernkraftgegner kündigten an, den Castortransport über die gesamte Strecke begleiten zu wollen. Welchen genauen Weg der Castor in Deutschland nach Lubmin nehmen wird ist allerdings noch unklar. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) teilte am Dienstag in Schwerin lediglich mit, dass der Zug wie geplant am Donnerstag an seinem Zielort erwartet werde.

dapd

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