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Eine Gruppe von Atomkraftgegnern hat am Mittwoch in Berlin vor dem Bundeskanzleramt ein etwa 10 Meter hohes leuchtendes "Anti-Atomkreuz" aufgestellt.

Castor-Zug auf dem Weg zur deutschen Grenze

Valognes - Nach heftigen Protesten ist der Castor-Transport vom französischen La Hague nach Gorleben am Mittwochabend mit gut zweistündiger Verspätung auf die deutsche Grenze zugerollt.

Aktivisten kündigten weitere Störungen entlang der Strecke an. “Die französische Bevölkerung ist endlich aufgewacht“, sagte Laura Hameaux von der Anti-Atom-Organisation “Sortir du nucléaire“. Bereits kurz nach dem Start des Konvois musste der Zug wenige hundert Meter vom Abfahrtsbahnhof entfernt vorübergehend stoppen.

Etwa fünfhundert Personen hatten seit den frühen Morgenstunden versucht, die Abfahrt des Zuges zu verhindern. Am Morgen entfernten sie die Steine rund um die Schienen und verbogen ein Gleis. Ein Polizeiwagen ging in Flammen auf. Die Sicherheitskräfte versuchten, mit Tränengas und Schockgranaten die Demonstranten zurückzudrängen.

Sortir du nucléaire zufolge wurden zwei Personen von Gummigeschossen der Polizei verletzt, eine weitere musste mit einer Verletzung an der Augenbraue in ein Krankenhaus gebracht werden. Insgesamt seien zwölf Aktivisten fest genommen worden.

“Wir wollen eine Debatte über die Gefahren der Atomkraft anregen“, sagte Laura Hameaux. Auch wenn dieser Castor-Transport der letzte von La Hague nach Deutschland ist - Frankreich bleibt weltweit das Land mit der höchsten AKW-Dichte. Nach der nuklearen Katastrophe im japanischen Fukushima wächst allerdings auch hier der Widerstand.

“Tschernobyl auf Reisen“

Auch die Mitarbeiter der französischen Bahn SNCF wehren sich zunehmend “gegen den gefährlichen Job beim Tschernobyl auf Reisen“, so Philippe Guiter, Generalsekretär der Gewerkschaft Sud Rail. So hätten sich dieses Mal wie schon bei vergangenen Transporten Fahrer geweigert, die Castor-Züge zu steuern, daraufhin seien Führungskräfte eingesprungen.

Der Transport hätte niemals los fahren dürfen“, sagte Guiter der Nachrichtenagentur dapd. Es seien noch viel zu viele Demonstranten auf den Schienen unterwegs. “Wenn es nun zu Verletzten kommt, muss sich der Bahn-Konzern SNCF dafür verantworten.“

Französische Aktivisten wollten den Zug auf seiner weiteren Route bis zur deutschen Grenze begleiten. In verschiedenen Städten fanden noch am Mittwochabend kleinere Demonstrationen statt. Mit der bisherigen Verspätung von rund zwei Stunden wird der Zug nun je nach Streckenführung Deutschland nach dem bisherigen Plan der SNCF gegen 12.45 Uhr in Forbach, um 14.30 Uhr in Kehl oder um 15.10 Uhr in Lauterburg erreichen.

dapd

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