Scheinehe war keine

Chanel-Handtasche "beweist" wahre Liebe

London - Britische Einwanderungsbehörden haben eine Trauung in London gestürmt, weil sie glaubten, es handele sich um eine Scheinehe. Doch ein paar Indizien überzeugten sie vom Gegenteil.

Der Vorfall ereignete sich in der vergangenen Woche. Der Italiener Massimo Ciabattini und die Chinesin Miao Guo wollten sich gerade in einem Londoner Rathaus das Ja-Wort geben, als Grenzschutzpolizisten die Zeremonie stürmten und die Brautleute zur Vernehmung aus dem Saal zerrten. Sie hatten Verdacht geschöpft, weil das Visum der Braut in Kürze abgelaufen wäre.

Die Behörde hatte extra einen Journalisten bestellt, um eine Berichterstattung über eine erfolgreiche Aktion gegen die vermeintliche Scheinehe zu garantieren. Der Schuss ging nach hinten los.

Ein Mitarbeiter des Innenministeriums sagte dem Reporter des "Camden New Journal" später, es habe viele Hinweise auf eine reguläre Hochzeit gegeben. Als Indiz wertete er das "extrem gute Aussehen" des Paares, dessen teure Kleidung und eben die Chanel-Handtasche der Braut. Bei tatsächlichen Scheinehen erschienen die falschen Brautleute häufig in schäbigen Anoraks.

Nach der unerfreulichen Störung sei die Zeremonie wieder aufgenommen und die Ehe schließlich erfolgreich geschlossen worden, teilte das Rathaus mit.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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