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Amber Heard und Johnny Depp: Häufchen im Bett, Codewort „Couch“ und wirre Chats – Prozess toppt jedes Drehbuch

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Von: Anna Lorenz

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Johnny Depp & O-Lan Jones in dem Film „Edward mit den Scherenhänden“: Der zerzauste Edward trifft auf die aufgebrezelte Esmeralda. die einen kleinen Hund auf dem Arm hält.
Nicht mehr weit entfernt: Der Rechtsstreit von Johnny Depp und Amber Heard verwandelt sich immer mehr in eine Groteske, die mit Tim Burtons Film „Edward mit den Scherenhänden“ (1990), in dem Depp die Hauptrolle spielte, durchaus mithalten kann. © Mary Evans AF Archive 20th Century Fox 12571902 Allstar/imago

Der Rechtsstreit um Johnny Depp und Amber Heard in den USA bringt täglich neue Details über die Star-Schauspieler ans Licht. Langsam gleicht der Prozess in Fairfax jedoch einem skurrilen Hollywoodfilm.

Fairfax – Heard versus Depp, das bedeutet auch Amber versus Johnny. Beide sind in der erste Riege der internationalen Filmgrößen angesiedelt und gelten als Top-Schauspieler. Doch die Menschen hinter dem Image werden vom Gerichtsstreit in Virginia, USA, Stück für Stück frei gelegt. Nach einwöchiger Verhandlungspause brachte die Fortführung des Prozesses, in dem am 27. Mai das Urteil fallen soll, erneut einige fragwürdige Details hinsichtlich der ehemaligen Ehe der beiden Ex-Partner ans Tageslicht und überführte Amber Heard sogar des mutmaßlichen Meineides. Die weiteren Entwicklungen des Gerichtsverfahrens scheinen allerdings eine Stufe der Eigentümlichkeit zu erreichen, die das Geschehen als schlichtweg bizarr erscheinen lassen.

Heard versus Depp: Diskussion um Haufen im Ehebett – Fäkalien tierischer oder menschlicher Herkunft?

An ihrem 30. Geburtstag, so Amber Heard im Gerichtsprozess, der von dem Online-Portal der amerikanischen Boulevard-Zeitung tmz live gestreamt wird, habe es einen heftigen Streit zwischen ihr und Ex-Mann Johnny Depp gegeben. Am selben Abend sei auf der Seite Depps im gemeinsamen Ehebett ein Haufen Kot aufgetaucht. Soweit sind sich alle Beteiligten einig. Wer jedoch der Verursacher der Exkremente war, das spaltet die Prozessparteien. Während Heard beharrlich darauf verwies, es handle sich um Hinterlassenschaften ihres Hundes Boo, sagte Depp seiner Ex-Frau auf den Kopf zu, dass diese selbst, beziehungsweise ein Gast Heards, sich vorsätzlich auf der Schlafseite des „Fluch der Karibik“-Stars erleichtert habe.

„Das sind Teacup Yorkies“, zitiert die New York Post den Schauspieler, der sich im Prozess bereits zu der Angelegenheit geäußert hatte. „Sie wiegen ungefähr jeweils vier Pfund.“ Während Heard postuliert, Boo sei lebenslang von einem Reizdarmsyndrom betroffen, seit er als Welpe Marihuana von Depp gefressen hatte, ist sich ihr Ex-Mann sicher, dass der Hund dennoch nicht der Verursacher der üblen Überraschung im Ehebett war. „Ich habe mit diesen Hunden gelebt. Ich habe ihren Kot aufgesammelt. Das“, so Depp hinsichtlich des in Frage stehenden Haufens, „waren nicht die Hunde.“ Zu dem Vorfall befragt, äußerte sich Heard jedoch deutlich. „Ich war gerade attackiert worden, an meinem 30. Geburtstag, von meinem gewalttätigen Ehemann, in den ich verzweifelt verliebt war“, so die „Aquaman“-Darstellerin. „Es war nicht wirklich eine fröhliche Zeit, und ich finde das nicht lustig, Punkt. Das ist widerlich.“

Heard und Depp: Wer schlug wen? Tonbandaufnahmen enthüllen Codewort „Couch“ vor Gericht

„Ja, ‚Couch‘ ist ein Wort, das wir als ein Sicherheitswort bestimmt hatten“, übersetzt der Stern Heard. Vorausgegangen war dieser gerichtlichen Aussage das Abspielen einer Tonbandaufnahme, die einen Streit des Paares wiedergab. Die Prozessbeteiligten schienen sichtbar in Zweifel darüber, ob sie das von Heard widerholt ausgesprochene „Couch“ richtig verstanden hatten. Doch die Schauspielerin erklärte, dass es sich dabei um ein Codewort handele, dass das Paar im Rahmen der Ehe festgelegt hatte: „Es bedeutete so viel wie ‚Ich möchte nicht mehr streiten, du hast gewonnen, lass uns aufhören zu streiten‘“. Dass das Gezänke der Hollywood-Stars von derartiger Häufigkeit war, dass ein Codewort sich lohnte, hat der Prozess mittlerweile mutmaßlich erwiesen.

Eine andere Frage ist jedoch, inwieweit es nur darum ging, verbale Ausfälle zu unterbinden. Beide Ex-Partner bestreiten nach wie vor vehement, dem anderen körperliche Gewalt angetan zu haben, unterstellen es jedoch einander nachdrücklich. In den vergangenen Wochen hatte Heard zum Ausdruck gebracht, wie gravierend das Schlagen irgendeiner anderen Person ihrem moralischen Wertesystem zuwiderlaufen würde. Eine weitere Tonaufnahme bestätigte nun jedoch, dass die 36-Jährige entgegen ihrer Aussage sie „musste viele Male [ihren] Körper einsetzen“, um sich gegen Depp zu wehren, habe aber nie zuerst gewalttätig agiert, durchaus körperlichen Streit vom Zaun gebrochen hatte. Heard betonte, wie AFP berichtet, allerdings, Schläge seien das nicht gewesen. „Dir geht es gut. Ich habe dich nicht verletzt“, hört man sie auf dem Tonband sagen, „Du bist so ein Baby.“

Depp und Heard: Wirre Chats der Ex-Partner verlesen – Beziehung der Stars erscheint zunehmend eigentümlich

Eine Hass-Liebe, so lässt sich die Beziehung zwischen Amber Heard und Johnny Depp, die bisher im Prozess enthüllten Details betrachtend, wohlmöglich betiteln. Einerseits betonten beide im Laufe des Rechtsstreits immer wieder, sie seien ineinander verliebt gewesen, doch Zankereien, Demütigungen und ein bizarres Verhältnis zu Gewalt scheint ihre Ehe charakterisiert zu haben. “Ich wusste nie, mit welcher Version von Johnny ich gerade zu tun hatte“, zitiert der Stern die Schauspielerin, „Sein Alkohol- und Drogenkonsum haben sein Verhalten bestimmt.“ Sogar im Rahmen der Hochzeit soll Depp mit Heards Vater Kokain zu sich genommen haben. Einen Nasenbruch, den ihr Ex-Mann ihr zugefügt haben soll, will Heard der Faz zufolge schlicht überschminkt haben, in den Flitterwochen soll Depp sie so hart gewürgt haben, dass sie um ihr Leben bangte.

Nichtsdestotrotz wurden vor dem Gericht in Fairfax nun Chat-Nachrichten zwischen den beiden Hollywood-Stars publik gemacht, die darauf hindeuten, dass eine gewisse Neigung zu körperlichen Ausschreitungen Teil ihrer Beziehung war. „Wer war das wirkliche Monster in dieser Beziehung?“, fragte die Anwältin Depps nach der Verlesung. „Es lebt in Johnny“, antwortete Heard daraufhin. „In der Hälfte Johnnys. Es ist nicht der ganze Johnny. Die andere Hälfte ist wunderbar und schön und der Mann, den ich liebe.“ Ob das Verhältnis, dass Heard und Depp verbindet, gesund ist, bleibt der persönlichen Einschätzung überlassen – hollywoodreif ist es jedoch all die Mal. (askl)

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