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Checkpoint Charlie: Ein Grenzübergang wurde zur Touristen-Attraktion

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Von: Robert Märländer

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Wenige Plätze in Berlin sind so bekannt wie der legendäre Checkpoint Charlie. Wir präsentieren die wichtigsten Fakten in Kürze.

Berlin - Weit über die Grenzen Berlins hinaus ist der Checkpoint Charlie ein fester Begriff - in Deutschland und darüber hinaus. Als früherer Grenzübergang zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR erlangte der Ort im Herzen der Hauptstadt internationale Bekanntheit. Als Touristen-Attraktion ist er heute eine feste Institution in den Reiseführern für die Hauptstadt.

Wo liegt der Checkpoint Charlie in Berlin?

Der Checkpoint Charlie liegt im Berliner Bezirk Mitte auf der Friedrichstraße zwischen Zimmerstraße und Kochstraße. Als der Kalte Krieg die Stadt noch teilte, verband der Grenzübergang den US-amerikanischen Sektor mit dem sowjetischen Sektor. Heute ist das Gebiet eine Touristenmeile, in der sich zahlreiche Souvenirläden aufreihen. Über die Geschichte des Ortes, an dem sich eine Frontlinie des Kalten Krieges befand, informiert am selben Ort unter anderem das Mauermuseum.

Der Checkpoint Charlie ist eine Touristen-Attraktion

Am Checkpoint findet man noch heute die Baracke der Soldaten, die für die meisten Touristen das eigentliche Highlight des Ortes sein dürfte. Wo sonst kann man auf historischem Boden für ein paar Euro ein Foto mit GI-Darstellern machen? Bei Berlin-Besuchern aus dem In- und Ausland sind diese Bilder jedenfalls sehr beliebt. Es gilt aber: Vorsicht vor falschen Soldaten, die Touris abzocken!

Woher hat der Checkpoint Charlie seinen Namen?

Nach dem Bau der Berliner Mauer gab es 14 Grenzübergänge in Berlin. Drei davon waren Checkpoints der US-Armee. Anstatt diesen drei Punkten jeweils einen Namen zu geben, bediente man sich beim gebräuchlichen Buchstabieralphabet, um die Checkpoints zu bezeichnen. So zähle das Militär einfach durch und kam nach Alpha und Bravo bei der Bezeichnung Charlie an.

Der Checkpoint Charlie im Kalten Krieg

1961 eskalierte in Berlin der Ost-West-Konflikt. Die DDR hatte mit dem Mauerbau begonnen und ihre Bevölkerung nun effektiv eingesperrt. Mitten auf der Friedrichstraße am Checkpoint Charlie hätte im Oktober 1961 der 3. Weltkrieg ausbrechen können. Panzer der USA und der Roten Armee standen sich mitten in der Stadt gegenüber - ein einziger Schuss hätte zur Katastrophe Geführt.

Eskalation am Checkpoint Charlie: 1961 standen sich die Panzer der USA und der Sowjetunion direkt gegenüber.
Eskalation am Checkpoint Charlie: 1961 standen sich die Panzer der USA und der Sowjetunion direkt gegenüber. © picture alliance/dpa / Upi

Erst als klar wurde, dass die Panzer der sowjetischen Armee angehörten konnte die gespannte Situation aufgelöst werden. Wären es Soldaten der Volksarmee der DDR gewesen, hätte das einen Bruch der Vereinbarung der Alliierten bedeutet. Wie US-Soldaten Jahrzehnte später unter anderem der BZ bestätigten, hätte es in diesem Fall einen Krieg gegeben. Die Bilder vom Checkpoint Charlie gingen in diesen Tagen um die Welt.

Der Checkpoint in der Friedrichstaße war außerdem der Ort mehrerer Fluchtversuche aus der DDR. Mehrere nahmen einen tödlichen Ausgang.

Pläne für das Gebiet um den Checkpoint Charlie in Berlin

Für Touristen ist der Checkpoint Charlie nach wie vor ein Highlight in Berlin, doch der Senat hat Ende 2019 auch neue Pläne für eine Veränderung des Areals beschlossen. Neben einem neuen Museum über den Kalten Krieg sollen auch ein Stadtplatz und neuer Wohnraum entstehen. Es ist mit diesem Bebauungsplan nicht ausgeschlossen, dass auch neue Hochhäuser entstehen, die das Stadtbild eventuell deutlich verändern würden.

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