Um ihr Leben zu retten

Chef verkauft Lokal für seine kranke Kellnerin

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Montgomery - Weil sich seine kranke Kellnerin ihre lebenswichtigen Behandlungen nicht leisten kann, fasste der Chef eines deutschen Restaurants im US-Staat Texas einen Beschluss: er verkauft für sie sein Lokal.

Es fing mit Kopfschmerzen und Schwindelgefühlen an - und endete für Brittany Mathis mit einer Schock-Diagnose. Als die 19 Jahre alte Texanerin im Dezember wegen ihrer Beschwerden zum Arzt geht, bricht für sie eine Welt zusammen: sie hat einen Hirntumor. So groß wie ein Tischtennisball ist er und sitzt in der linken Schädelhälfte. Die Kellnerin eines deutschen Restaurants in der Nähe von Houston (US-Staat Texas) braucht dringend Hilfe. Bereits ihr Vater erlag im Alter von nur 33 Jahren einem Krebsleiden.

Doch Brittany ist nicht krankenversichert - und das bekommt die Kellnerin zu spüren. Ein erster Besuch bei einem Spezialisten bringt keinen Erfolg. "Er war sehr unfreundlich zu mir und sagte nach einem Blick auf mein MRT-Bild, er (der Tumor, Anm. d. Red.) würde mich in den nächsten Jahren nicht beeinträchtigen", erzählt Brittany der Lokalzeitung The Courier. Der Arzt sagte, er könne nichts für sie tun. "Ich denke er wollte mir nicht helfen, weil ich nicht krankenversichert bin", sagt die 19-Jährige ernüchtert. Auch auf der Suche nach einer zweiten Meinung scheitert die junge Frau, denn zahlreiche Anfragen an einen anderen Spezialisten bleiben unbeantwortet. Niemand will die schwerkranke Frau behandeln, denn die Therapien sind teuer.

Doch dann bekommt sie unerwartete Hilfe. Brittanys Chef Michael De Beyer, Besitzer des deutschen Restaurants "Kaiserhof" in Montgomery (Texas), will Geld für die krebskranke Frau auftreiben - indem er sein 6000-Quadratmeter großes Lokal verkauft und ihr die so lebenswichtigen Behandlungen finanziert. "Ich kann nicht einfach tatenlos zusehen", sagt der deutschstämmige Restaurant-Besitzer. "Ich könnte mit meinem Restaurant nicht glücklich Geld verdienen, wenn ich wüsste, dass sie Hilfe braucht."

Erst kürzlich hatte De Beyer noch ein Angebot über 1,3 Millionen Dollar abgelehnt. Doch das war vor der schlimmen Nachricht. "Jetzt möchte ich es für einen Mindestpreis oder alles, was darüber geht, versteigern."

Der Restaurant-Chef ist inzwischen ein guter Freund der Familie Mathis. "Michael ist ein wahrer Segen für unsere Familie geworden", sagt Brittany. "Er war immer da, wenn wir etwas gebraucht haben."

Merja Schubert

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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