Bizarrer US-Prozess

Chemiewaffeneinsatz? Ehefrau vergiftet Rivalin

Washington - Das Oberste Gericht der USA muss derzeit klären, ob eine Frau, die in einem Eifersuchtsdrama ihre Rivalin vergiften wollte, gegen die Chemiewaffenkonvention verstoßen hat.

In dem Fall geht es um eine Mikrobiologin aus dem Bundesstaat Pennsylvania, die wegen zweifachen "Chemiewaffeneinsatzes" ins Gefängnis musste. Sie hatte versucht, eine ehemalige Freundin, die nach eine Affäre mit ihrem Ehemann schwanger geworden war, mit Arsen und Kaliumdichromat zu vergiften.

Carol Bond hatte das Gift auf den Briefkasten ihrer Freundin sowie auf deren Autolenkrad gestreut, um sich zu rächen. Im Jahr 2007 musste sie sich des "Chemiewaffeneinsatzes in zwei Fällen" schuldig bekennen und wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. Vergangenes Jahr kam sie aus dem Gefängnis frei und rief nun den Obersten Gerichtshof an.

Ihr Anwalt Paul Clement argumentiert, die Chemiewaffenkonvention des US-Kongresses richte sich gegen Terroristen und sei zur Strafverfolgung gewöhnlicher Missetäter nicht geeignet. "Sollte es bei jedem heimtückischen Gebrauch von Chemikalien greifen, dann würde dies die Vollmachten des Kongresses sprengen", sagte Clement.

Bereits während der Anhörungen schien klar zu sein, auf welcher Seite die Richter des Obersten Gerichtes stehen. "Diese Anklage scheint kaum glaublich", sagte der Richter Anthony Kennedy. Sein Kollege Samuel Alito stellte die Frage, ob ihm denn künftig eine Strafverfolgung drohe, wenn er an Halloween Schokoriegel verteile - "denn Schokolade ist ja Gift für Hunde". Ein anderer Richter wies darauf hin, dass die Liste mit "potenziell gefährlichen Chemikalien tausend Meilen lang" sein würde.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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