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Menschen zünden zum Gedenken an die Opfer der Flugzeugkatastrophe Kerzen vor der Zentrale des chilenischen nationalen Fernsehsenders TVN in Santiago an

Flugzeug-Crash: TV-Star vermutlich tot

Santiago - Ein Flugzeug der chilenischen Luftwaffe ist mit 21 Personen an Bord - unter ihnen auch ein beliebter TV-Star - in der Nähe der Juan-Fernandez-Inseln in den Pazifischen Ozean gestürzt.

Drei tote Insassen, zwei Frauen und ein Mann, wurden bis zum Samstagmorgen (Ortszeit) in den Gewässern um das Juan-Fernández-Archipel geborgen. Sie seien noch nicht identifiziert, sagte der Luftwaffengeneral Maximiliano Larraechea, der die Bergungsaktion leitete. "Wir sind überzeugt, dass das Flugzeug verunglückt ist“, fügte er hinzu.

Es sei auch das Signal einer Alarmboje der zweimotorigen CASA C-212 empfangen worden. Etwa 2000 Meter von der Landebahn entfernt wurde eine Flugzeugtür im Wasser schwimmend gefunden, außerdem Koffer und mehrere Rucksäcke. Zunächst gab es keine Hinweise auf Überlebende. Die Küstengewässer sind am vermuteten Unfallort zwischen 50 und 100 Meter tief.

Die Maschine vom Typ CASA 212 habe zwei Mal versucht, auf dem Flughafen der Hauptinsel zu landen, sei dabei aber von schweren Windböen erfasst worden, sagte Felipe Paredes, Mitglied des Inselrats, der die Szene vom Tower aus verfolgte. Anschließend sei sie aus dem Sichtbereich verschwunden.

An Bord war Behördenangaben zufolge auch der beliebteste chilenische Fernsehmoderator Felipe Camiroaga. Er wollte für eine Morgensendung einen Beitrag darüber drehen, wie der Wiederaufbau von Juan Fernandez nach dem schweren Erdbeben der Stärke 8,8 und dem anschließenden Tsunami am 27. Februar 2010 vorangeht. Damals wurde die Hauptstadt der Insel schwer beschädigt. Ebenfalls an Bord befand sich der Geschäftsmann Felipe Cubillos, Sohn eines ehemaligen Außenministers des Diktators Augusto Pinochet und Schwager des Verteidigungsministers Andrés Allamand.

Kaum Hoffnung auf Überlebende

Die Militärmaschine hob um 14.00 Uhr (Ortszeit) in der Hauptstadt Santiago ab, wie die Luftfahrtbehörde mitteilte. Fast vier Stunden später sei der Funkkontakt mit der Luftraumüberwachung abgerissen. “Es ist eine schwierige Landebahn, aber nicht unmöglich“, sagte Julio Subercaseaux, Präsident der chilenischen Luftfahrtbehörde dem Staatsfernsehen.

Der chilenische Präsident Sebastian Pinera zeigte sich erschüttert. “Das ist ein Schlag für unser Land. In diesen Zeiten des Kummers und der Unsicherheit ist Einigkeit das wichtigste“, sagte er. Verteidigungsminister Andres Allamand sprach von einer besonders schwierigen Situation. Bislang werde das Flugzeug aber noch als vermisst geführt.

Das Inselarchipel liegt rund 830 Kilometer westlich der chilenischen Küste. Es soll die Vorlage zur Geschichte von Robinson Crusoe gewesen sein.

Wegen des Unglücks wurde die erneute Beisetzung der sterblichen Überreste des ehemaligen Präsidenten Salvador Allende vertagt. Sie hätte - nach einer Obduktion zur Feststellung seiner Todesursache - am Sonntag in Santiago de Chile stattfinden sollen.

dapd/dpa

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