China verstärkt Kampf gegen Vogelgrippe-Virus

Peking - Die Vogelgrippe-Gefahr in China scheint noch nicht gebannt. Die Behörden ergreifen drastischere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Panikmache aber wollen sie vermeiden.

Nach sechs Todesfällen kämpft China gegen eine weitere Verbreitung des Vogelgrippe-Virus H7N9 im Osten des Landes. Wie das Gesundheitsministerium bestätigte, ist die Zahl der infizierten Patienten bis Freitagabend von 14 auf 16 angestiegen. Als Konsequenz haben lokale Behörden in Shanghai nun die Einfuhr von Geflügel in die Stadt verboten. Zuvor war das Virus in Tauben entdeckt worden. Auf Märkten in der Stadt Hangzhou waren verkaufte Wachteln mit dem H7N9-Virus infiziert.

Auch andere Städte in der betroffenen Region ergriffen drastische Maßnahmen. Die Behörden der Städte Hangzhou und Nanjing begannen am Samstag mit der Tötung von Geflügel und ordneten ein vollständiges Verbot des Handels damit an. Geflügelmärkte wurden geschlossen, der Weitertransport von Vögeln in Städte untersagt, meldeten staatliche Medien. In Shanghai waren zuvor bereits 20 000 Hühner, Enten, Gänse und Tauben vorsorglich gekeult worden.

Gleichzeitig versuchten die Behörden, Panikmache zu vermeiden. Es handle sich um „isolierte“ Fälle, teilte das Gesundheitsministerium mit. Experten hätten bisher keine Hinweise auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch gefunden. Auch gebe es zwischen den Krankheitsgeschichten der 16 Infizierten keine Verbindungen.

Die chinesischen Gesundheitsbehörden wiesen aber Krankenhäuser an, sich auf mögliche weitere Infektionen vorzubereiten. Warnungen ergingen an Risikogruppen wie Geflügelzüchter, Händler, Fleischer und Arbeiter in der fleischverarbeitenden Industrie.

Die Gruppe der H7-Viren befällt normalerweise Vögel. Die WHO hatte jedoch zwischen 1996 und 2012 auch infizierte Menschen in den Niederlanden, Italien, Kanada, den USA, Mexiko und Großbritannien registriert. Bisher habe das Virus Bindehautentzündung und eine leichte Entzündung der Atemwege hervorgerufen. Lediglich ein Mensch in den Niederlanden sei an dem Erreger gestorben.

Mit H und N werden die Eiweiße der Virushülle Hämagglutinin und Neuraminidase abgekürzt, von denen es jeweils verschiedene Strukturen gibt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Horror: Seil reißt bei Bungee-Sprung, 17-Jährige stürzt Klippen hinab
Es sollte ein unvergessliches Erlebnis werden, doch es endete in einem Albtraum bei einem Bungee-Sprung: Dort riss das Seil, eine Frau stürzte in die Tiefe.
Horror: Seil reißt bei Bungee-Sprung, 17-Jährige stürzt Klippen hinab
Junge Urlauberin löst mit Notfall-App Großeinsatz aus
Kühlungsborn - Eine 17-jährige Urlauberin hat am Dienstag in Kühlungsborn mithilfe einer Notfall-App einen Großeinsatz ausgelöst. Die Polizei hält sich bei der …
Junge Urlauberin löst mit Notfall-App Großeinsatz aus
Grusel-Wolke am Himmel sorgt für Angst und Schrecken
Feuerrot und bedrohlich wirkte eine Wolke über Brasilien und jagte damit vielen Menschen Schrecken ein. 
Grusel-Wolke am Himmel sorgt für Angst und Schrecken
Flaschenpost eines britischen Paars schafft es von Rhodos bis zum Gazastreifen
Während eines romantischen Strandurlaubs auf der griechischen Insel Rhodos hat ein britisches Paar eine Flaschenpost ins Mittelmeer geworfen - zwei Monate später kam sie …
Flaschenpost eines britischen Paars schafft es von Rhodos bis zum Gazastreifen

Kommentare