China: 113 Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt

Xinjiang - Die chinesische Justiz hat in der Region Xinjiang gegen 113 Angeklagte Haftstrafen verhängt. Die Begründungen sind vielfältig - von Bigamie bis Kontakt zu terroristischen Gruppen.

In Massenprozessen in der chinesischen Uiguren-Region Xinjiang sind 113 Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt worden, davon vier zu lebenslanger Haft. Wie die Staatsmedien in der Nacht zum Montag berichteten, wurden die Strafen in "öffentlichen" Prozessen bereits am Mittwoch in der Stadt Kashgar verhängt. Die ethnische Zugehörigkeit der Verurteilten wurde nicht mitgeteilt, die Namen ließen jedoch auf uigurische Ursprünge schließen.

In der Provinz Xinjiang leben mehrheitlich Muslime. Die Provinz gilt neben Tibet als der größte Krisenherd des Vielvölkerstaats China. Seit dem Beginn der chinesischen Herrschaft im 19. Jahrhundert begehrten die muslimischen Uiguren immer wieder gegen Peking auf. Die Minderheit sieht sich kulturell, sozial und wirtschaftlich benachteiligt und durch die systematische Ansiedlung von ethnischen Han-Chinesen zunehmend an den Rand gedrängt.

Für die nun verhängten Urteile wurden unterschiedliche Begründungen genannt, die von der Organisation terroristischer Gruppen über Bigamie und Drogenhandel bis hin zu Kontakten zu ausländischen Terrorgruppen reichen. In der Uiguren-Region gab es wiederholt schwere Anschläge, zuletzt im Mai auch in der Hauptstadt Urumqi, wo 39 Menschen getötet wurden. Die chinesische Regierung nimmt für sich in Anspruch, den Uiguren viele Freiheiten einzuräumen und den Lebensstandard in Xinjiang zu heben.

AFP

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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