Chinesen spionieren Computer im Kanzleramt aus

Berlin - Zahlreiche Computer der Bundesregierung sind nach einem «Spiegel»-Bericht mit Spionageprogrammen aus China infiziert. Dies sei das Ergebnis einer Überprüfung durch den Verfassungsschutz und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin am Samstag.

Neben dem Kanzleramt seien auch das Wirtschaftsministerium, das Forschungsministerium und das Auswärtige Amt betroffen. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, in den Ministerien seien Vorkehrungen getroffen, die sogenannten Trojaner abzuwehren. Bisher habe es keine Schäden gegeben. Direkt bestätigen wollte er die berichtete Attacke nicht. «Angriffe mit Trojanern sind ein ständiges Problem.»

Die Trojanerprogramme, die das unbemerkte Ausspähen der Computer ermöglichen sollen, seien bereits vor mehreren Monaten entdeckt worden, heißt es im «Spiegel». Der Versuch, weitere solcher Programme über das Internet in Regierungscomputer einzuschleusen, dauere allerdings unverändert an. Der Verfassungsschutz vermute Hacker der chinesischen Armee als Urheber.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beginnt an diesem Sonntag eine einwöchige Reise nach China und Japan. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte, bei dem Besuch werde auch über den Schutz des geistigen Eigentums gesprochen.

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