Cholera-Epidemie bedroht Haiti

Port-au-Prince - Den leidgeprüften Überlebenden des Erdbebens in Haiti droht eine neue Katastrophe: Mehr als 1500 Menschen sind wohl an Cholera erkrankt, rund 140 bereits gestorben.

Haiti droht rund neun Monate nach der Erdbebenkatastrophe eine Cholera-Epidemie. Etwa 140 Menschen sollen in dem Karibik-Land bereits an der Durchfallerkrankung gestorben sein, nachdem sie dreckiges Wasser getrunken haben. Imogen Wall, eine UN-Sprecherin in Haiti, sagte, das Gesundheitsministerium habe sie informiert, dass es sich bei der Durchfall-Epidemie um Cholera handle. Es gebe momentan mindestens 1526 Krankheitsfälle, sagte sie dem US-Nachrichtensender CNN.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde eingeschaltet. Offiziell bestätigte die Regierung den Ausbruch zunächst nicht. “In gerade mal 48 Stunden haben wir bereits 138 bestätigte Tote“, sagte UN-Sprecherin Wall. “Es ist eine beunruhigende Situation.“ Die Cholera sei sehr gefährlich und für Haiti eigentlich untypisch. Eine Epidemie habe es in dem Land seit Jahrzehnten nicht gegeben. Betroffen von der gefährlichen Erkrankung ist laut Vereinten Nationen vor allem das Gebiet Artibonite, nördlich der Hauptstadt Port-au-Prince.

In der Hafenstadt Saint-Marc liegen Menschen auf Plätzen und werden notdürftig versorgt. Bei Durchfall und Cholera droht der Körper auszutrocknen - Infusionen sind dringend nötig. In Port-au-Prince und Umgebung tötete ein schweres Erdbeben im Januar mehr als 220 000 Menschen, etwa 1,5 Millionen wurden obdachlos. Zunächst drang die Epidemie nicht zu den größten Flüchtlingslagern rund um die Hauptstadt vor. Estrella Serrano von der Hilfsorganisation World Vision sagte: “Wenn die Krankheitswelle Port- au-Prince erreicht, wo Familien in überfüllten unhygienischen Lagern hausen, dann wird es verheerend.“

dpa

Rubriklistenbild: © ap

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

So verzweifelt suchen Eltern im Netz nach ihren Kindern
Nach der grausamen Explosion bei einem Ariana Grande-Konzert in Manchester mit 19 Toten suchen viele Eltern verzweifelt nach ihren Kindern.
So verzweifelt suchen Eltern im Netz nach ihren Kindern
News-Ticker zum mutmaßlichen Terrorakt in Manchester: "Ich rannte um mein Leben"
Bei einem Konzert von Ariana Grande gab es mindestens eine Explosion. Die Polizei hat 19 Tote bestätigt.Die Polizei behandelt den Vorfall vorerst wie einen Terrorakt.
News-Ticker zum mutmaßlichen Terrorakt in Manchester: "Ich rannte um mein Leben"
19 Tote in Manchester: Das sind die ersten Reaktionen
Die verheerende Explosion bei einem Konzert der amerikanischen Popsängerin Ariana Grande im britischen Manchester hat in der Musikwelt eine Welle des Mitgefühls …
19 Tote in Manchester: Das sind die ersten Reaktionen
Neue Studie: Wann fühlt sich ein Deutscher wohlhabend?
Berlin (dpa) - Zukunftsforscher Horst Opaschowski befragt seit Jahren die Bundesbürger regelmäßig, ob sie sich wohlhabend fühlen und was sie überhaupt unter Wohlstand …
Neue Studie: Wann fühlt sich ein Deutscher wohlhabend?

Kommentare