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Die Cholera auf Haiti greift weiter um sich. Am Dienstag wurden 420 Neuerkrankungen sowie 25 Todesfälle gemeldet.

Cholera-Klinik auf Haiti gestürmt

Haiti - Die Angst vor Cholera hat sich in Haiti mit gewaltsamen Protesten entladen: Hunderte Menschen stürmten eine Klinik in der Hafenstadt St. Marc. Sie fürchteten, sich mit der Seuche anzustecken.

Die Furcht vor einer weiteren Ausbreitung der Cholera in Haiti hat sich am Dienstag in gewaltsamen Protesten gegen eine Klinik der Organisation Ärzte ohne Grenzen entladen. Etwa 300 Menschen griffen das Behandlungszentrum an, das in der Hafenstadt St. Marc eröffnet werden sollte. Augenzeugen zufolge schleuderten sie Steine und mindestens einen Molotow-Cocktail. Argentinische UN-Blauhelmsoldaten rückten zur Untersützung der örtlichen Polizei an.

Behördenvertreter versicherten der aufgebrachten Menge schließlich, dass die Klinik nicht in ihrem Viertel eingerichtet werde. In der Behandlungseinheit mit ihren 400 Betten sollten Cholera-Patienten versorgt werden. Der Leiter der spanischen Sektion von Ärzte ohne Grenzen, Francisco Otero, sagte, es werde nun versucht, die Klinik in einem anderen Teil der Stadt zu eröffnen. Man wolle den Menschen erklären, dass von der Einrichtung keine Gefahr für sie ausgehe, sagte Otero der Nachrichtenagentur AP.

Unterdessen greift die Cholera weiter um sich. Am Dienstag wurden 420 Neuerkrankungen sowie 25 Todesfälle gemeldet. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf mindestens 284. Insgesamt erkrankten seit Ausbruch der Seuche vor etwa einer Woche fast 3.800 Menschen, die meisten davon entlang des Flusses Artibonite. In der benachbarten Dominikanischen Republik trafen die Behörden Vorsorge, um ein Übergreifen der Cholera zu verhindern. So muss sich beispielsweise jeder, der die Grenze überquert, die Hände waschen und einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen.

dapd

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