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Kurz vor „Freedom Day“: Drosten wettert gegen „Corona-Relativismus“ und spricht von „Sabotage“

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Von: Magdalena von Zumbusch

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Christian Drosten ist verärgert über neue Corona-Verharmlosungen in jüngster Zeit (Archivbild).
Christian Drosten ist verärgert über neue Corona-Verharmlosungen in jüngster Zeit (Archivbild). © Fabrizio Bensch/dpa

In Deutschland fallen zeitnah fast alle Corona-Regeln. Das holt auch Pandemie-Verharmloser auf den Plan, befürchtet Drosten und spricht von „Sabotage“.

Berlin - Die Masken fallen und die 2G-Regeln platzen in weiten Teilen Deutschlands – nach langen Diskussionen auch in Bayern. Er habe „kein total perfektes Gefühl damit“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Rande einer Veranstaltung in München. Dennoch hat er sich am Ende dagegen entschieden, Hotspot-Regeln für ganz Bayern zu erlassen. Somit gilt in ganz Deutschland: Am 2. April laufen die meisten Corona-Regeln aus.

Ein Nebeneffekt des Ganzen: Auch Menschen, die das Virus verharmlosen, ruft der Schritt erneut auf den Plan. Dem Virologen Christian Drosten ist das ein Dorn im Auge. Er weist auf Twitter auf den Artikel des Epidemiologen Dr. William Hanage hin, der einen Gastbeitrag im der englischen Zeitung The Guardian geschrieben hat. In diesem verurteilt Hanage Corona-Verharmlosungen als „Sabotage“.

Drosten kritisiert Corona-Verharmlosung als „Sabotage“: Und der „Freedom Day“?

Sein Tweet fällt genau in die Zeit, in der ab Samstag (2. April) die von der Ampel-Koalition auf Drängen der FDP erlassene, bundesweite Regel, dass die Länder nur noch im öffentlichen Nahverkehr und in Kliniken eine Maskenpflicht anordnen können, gilt. Christian Drosten wendet sich entschieden gegen die Verharmlosung des Coronavirus und spricht sich auf seinem Twitter-Account dafür aus, die verharmlosenden Stimmen als das zu benennen, was sie in seinen Augen sind: Die „Sabotage“ einer effektiven Pandemie-Strategie.

„Corona Minimisers“: Drosten springt britischem Wissenschaftler zur Seite

In seinem Beitrag erklärt Hanage, er verstehe die Sturheit der sogenannten „Corona Minimisers“, also Leuten, die die Pandemie kleinreden, nicht. Nach zwei Lockdowns, einer enormen Belastung für das Gesundheitswesen und endlich einer äußerst schnellen und effektiven Impfkampagne habe Großbritannien dennoch über 160.000 Todesopfer durch die Pandemie zu verzeichnen, gibt Hanage zu Beginn seines Beitrags im Guardian zu bedenken.

„Corona-Relativismus“: Drosten äußert sich via Twitter

Corona: Drosten wettert vor Maßnahmen-Fall über „blinde Influenza-Vergleiche“

Eine „Herdenimmunität“ habe das Virus bislang noch nicht aus der Bevölkerung vertrieben. Und die Idee vom „gezielten Schutz“ gefährdeter Gruppen sei unrealistisch, so Hanage. Die Einhaltung von Schutzmaßnahmen sei daher weiter die einzig erfolgversprechende Strategie.

Drosten fasst den ernstzunehmenden Schaden, den die „Sabotage“ der Corona-Maßnahmen anrichten kann, in seinem Twitter Post zusammen. Verärgert lässt er sich über „blinde Influenza-Vergleiche“, zu frühe Vorschläge, „mit dem Virus leben zu lernen“ und das „Great Barrington-Argument“ aus (Das Great-Barrington-Dokument des American Institute for Economic Research vom Oktober 2020 empfiehlt im Rahmen der Corona-Pandemie „gezielten Schutz“ der Risikogruppen).

Haben Corona-Relativierer eine nachhaltige Strategie behindert?

Mit Verharmlosern des Coronavirus in erneute Diskussionen einzusteigen, mache dabei keinen Sinn, meint auch Hanage in seinem Beitrag. Genau das sei nämlich die Absicht einiger Akteure: „Ablenkung war schon immer das Ziel eines solchen Revisionismus“, ist Hanages Einschätzung. Letztendlich hätten diese Argumente oft ernsthaft die Möglichkeit behindert, eine nachhaltige Strategie gegen das Virus zu verfolgen.

Dem aktuellen Kurs Deutschlands, dem jetzt auch Bayern folgt, liegt eine Priorisierung der Wirtschaft und des „Lebens“ vor den Schutzmaßnahmen gegen Corona zugrunde, während in Bayern so viele Patienten in den Krankenhäusern liegen wie noch nie.

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