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Meriam Yahia Ibrahim Ishag soll im Sudan gehängt werden, weil sie Christin ist.

Frau wartet auf den Strick

Steinmeier: Zum Tode verurteilte Christin freilassen

Berlin - Ihr Fall schockiert die Welt. Auch die Bundesregierung kritisiert das wegen Abfalls vom islamischen Glauben verhängte Todesurteil gegen eine Christin im Sudan scharf. Sie fordert die Freilassung.

Er habe dem sudanesischen Außenminister Ali Karti bei einem Treffen am Mittwoch erklärt, "dass die deutsche Öffentlichkeit über diesen Fall erschüttert ist und das auch einen Schatten auf die Wahrnehmung seines Landes bei uns in Deutschland wirft", sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Er erwarte, dass "dieses unmenschliche Todesurteil" aufgehoben werde und die junge Frau schon bald gemeinsam mit ihren Kindern und ihrem Mann ein normales Leben in Freiheit führen kann". Steinmeier wies auch nochmals darauf hin, dass die Verurteilte vor kurzem eine Tochter im Gefängnis zur Welt bringen musste.

Ein Gericht in der sudanesischen Hauptstadt Khartum hatte die 27-jährige Meriam Jahia Ibrahim Ischag, die auch Mutter eines 20-monatigen Sohns ist, am 15. Mai zum Tod durch Erhängen verurteilt. Die Angeklagte lehnte es ab, sich zum Islam zu bekennen und ihrem christlichen Glauben abzuschwören. Ihr Rechtsanwalt kündigte an, das Urteil durch alle Instanzen anzufechten.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurde Ischag von ihrer Mutter christlich-orthodox erzogen, weil ihr muslimischer Vater die Familie in ihrer Kindheit verließ. Sie wurde wegen ihrer Hochzeit mit einem aus dem Südsudan stammenden christlichen US-Bürger wegen Ehebruchs verurteilt.

Laut der sudanesischen Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts, darf eine Muslimin keinen Christen heiraten. Tut sie es dennoch, wird dies als Ehebruch gewertet. Ischag wurde deshalb auch zu hundert Peitschenhieben verurteilt.

AFP

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