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Gerüchte, denen zufolge Machthaber Muammar al Gaddafi bei einem NATO-Angriff am vergangenen Samstag getötet worden sei, wurden vom US-Geheimdienst CIA dementiert.

CIA: Gaddafi noch am Leben

Bengasi - Die libysche Hauptstadt Tripolis ist am Mittwoch erneut zum Ziel von Angriffen geworden. Im Abstand weniger Minuten waren Einschläge zu hören. Unterdessen soll Machthaber Gaddafi noch am Leben sein. 

Gerüchte, denen zufolge Muammar al Gaddafi bei einem NATO-Angriff am vergangenen Samstag getötet worden sei, wurden vom US-Geheimdienst CIA dementiert. Frankreich erklärte unterdessen, dass Waffen aus Libyen zunehmend in südliche Nachbarländer gelangten, wo sie in die Hände des Terrornetzwerks Al Kaida gelangen könnten.

In der belagerten Stadt Mistrata konnte am Mittwoch ein Schiff zur Rettung von Flüchtlingen in den Hafen einlaufen. CIA-Direktor Leon Panetta sagte dem amerikanischen Fernsehsender NBC, alle Informationen deuteten darauf hin, dass Gaddafi den Angriff auf das Anwesen seiner Familie am Samstag überlebt habe. Libyschen Berichten zufolge waren ein Sohn und drei Enkel des Machthabers bei dem Angriff ums Leben gekommen. Gaddafi, der sich auch in dem Gebäude aufgehalten haben soll, war seitdem nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden.

Libyen: Koalition bombardiert Gaddafi-Truppen

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Der stellvertretende libysche Außenminister Chaled Kaim erklärte, der Staatschef habe sich am Dienstag mit örtlichen Stammesführern getroffen. Der französische Außenminister Alain Juppe sprach sich vor einem Sondertreffen der am Libyen-Einsatz beteiligten Länder in Rom gegenüber dem Fernsehsender 24 TV erneut gegen die Entsendung von Bodentruppen aus.

Dennoch müsse der Einsatz “so rasch wie möglich“ beendet werden, sagte Juppe. Ein baldiges Ende der Kampfhandlungen erklärte auch der italienische Außenminister Franco Frattini am Mittwoch als oberstes Ziel. Bei einer anschließenden Abstimmung im Parlament sprachen sich die Abgeordneten in Rom mit knapper Mehrheit für den Verbleib Italiens in der militärischen Koalition aus.

Rasmussen will Rebellen finanziell unterstützen

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach sich erstmals für finanzielle Unterstützung der Rebellen in Libyen aus. Es wäre “hilfreich, wenn die Rebellen über eine ausreichende Finanzierung verfügen würden“, sagte Rasmussen am Mittwoch in Brüssel. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte sich bereits auf einem NATO-Ressortcheftreffen in Berlin Mitte April dafür ausgesprochen, eingefrorene Guthaben von Machthaber Muammar al Gaddafi für den Übergangsrat in Bengasi bereitzustellen.

Am (morgigen) Donnerstag wollte sich die Libyen-Kontaktgruppe aus NATO- und Nicht-NATO-Staaten, die sich am Einsatz gegen Gaddafi beteiligen, in Rom treffen. Dabei könne auch über Finanzhilfen für die Rebellen gesprochen werden, deutete Rasmussen an. Der französische Innenminister Claude Gueant erklärte, es gebe Beweise dafür, dass Waffen aus den libyschen Kriegsgebieten nach Mali sowie in andere Länder der südlich gelegenen Sahelzone gelangt seien, in der die Al Kaida im Islamischen Maghreb aktiv sei. Dem französischen Radiosender RTL sagte Gueant, Frankreich habe Sicherheitskräfte in mehrere afrikanische Länder geschickt, um die örtlichen Behörden bei der Überwachung der Sicherheit an Flughäfen zu unterstützen.

Mine gefährdet weiterhin Schiffe vor Misrata

 Die Internationale Organisation für Migration (IOM) teilte am Mittwoch mit, dass ein Schiff zur Rettung von Flüchtlingen nach mehrtägiger Wartezeit mit Hilfe eines Schleppers in den Hafen der Stadt Misrata gebracht werden konnte. Die Eskortierung der “Red Star One“ sei notwendig gewesen, weil libysche Regierungstruppen Seeminen vor Misrata ausgelegt hätten. Nach Angaben der NATO konnten zwei der Minen inzwischen zerstört werden. Nach einer dritten Mine werde noch gesucht.

Das libysche Regime bestätigte am Dienstagabend, dass es versuche, den Zugang zu Misrata über den Seeweg zu blockieren. Die Regierung habe den Hafen für geschlossen erklärt und jedes ausländische Schiff werde daher ins Visier genommen, sagte Kaim. Vor dem Hauptquartier der libyschen Rebellen in der Stadt Bengasi explodierte unterdessen am Dienstagabend eine Autobombe. Es sei niemand verletzt worden, teilte General Abdel Fattah Junis mit, der Kommandeur der Rebellenstreitkräfte. In einem nahe gelegenen Hochhaus gingen einige Scheiben zu Bruch.

Rücktrittsforderung zurückgewiesen

Die libysche Regierung wies eine türkische Rücktrittsforderung an Staatschef Muammar al Gaddafi zurück. Der stellvertretende Außenminister Kaim erklärte, eine solche Entscheidung treffe nicht die Türkei, sondern das libysche Volk. Wer als Vermittler tätig sein wolle, dürfe nicht eine Seite gegen die andere unterstützen. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte Gaddafi am Dienstag zum sofortigen Rücktritt aufgefordert.

dapd

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