Gefängnis für Terroristen

Zahlte CIA Polen 11 Millionen für Geheim-Knast?

Warschau - Polen soll laut einer US-Zeitung Geld vom US-Geheimdienst erhalten haben, damit mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen im Land festgehalten und verhört werden konnten.

Nach jahrelangen Spekulationen und Gerüchten über ein geheimes CIA-Gefängnis in Polen gibt es laut „Washington Post“ neue Details über die Einrichtung. Die CIA habe im Jahr 2003 für die Nutzung des Gefängnisses 15 Millionen Dollar (11 Millionen Euro) an den polnischen Geheimdienst gezahlt, berichtete die Zeitung am Freitag.

Das Bargeld sei in zwei Pappkartons an die US-Botschaft in Warschau geschickt und dann an den Vizechef des polnischen Geheimdienstes übergeben worden, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf ehemalige CIA-Mitarbeiter. In der Einrichtung sollen mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen verhört worden sein.

In Polen schlug der Bericht hohe Wellen. Dort laufen seit Jahren Ermittlungen zu den Vorwürfen geheimer CIA-Gefängnisse. „Ich hoffe, dass es zu keinen doppeldeutigen Finanzoperationen kam, die fremden Geheimdiensten auf polnischem Boden dienten“, sagte Regierungschef Donald Tusk in Warschau.

„Ich weiß nichts von diesen Geldern“, betonte dagegen der damalige Ministerpräsident Leszek Miller, der die Existenz eines geheimen CIA-Gefängnisses im Nordosten Polens stets bestritten hat. Ein Sprecher der Krakauer Staatsanwaltschaft kündigte an, der Artikel solle für die laufenden Ermittlungen ausgewertet werden.

Die Geschichte der CIA

Die Geschichte der CIA

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte 2005 unter anderem Polen und Rumänien beschuldigt, geheime Verhörzentren des US- Geheimdienstes CIA in ihren Ländern geduldet zu haben. Der Europarats-Sonderermittler Dick Marty veröffentlichte 2007 einen Bericht, in dem er die Existenz von CIA-Gefängnissen in Osteuropa als erwiesen sah. Alle polnischen Regierungen haben dies bisher vehement bestritten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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