+
Ariel Castro soll wegen Mordes mit besonderer Schwere der Schuld angeklagt werden. Ihm droht unter Umständen auch die Todesstrafe

Kidnapper droht vielleicht Todesstrafe

Cleveland: Polizei nennt Details zu Quälereien

Cleveland - Tröpfchenweise wird immer mehr von dem Horror bekannt, dem die drei entführten Frauen in Cleveland ausgesetzt waren. Dazu gehören auch grausam herbeigeführte Schwangerschaftsabbrüche.

Die Polizei von Cleveland hat in einem Bericht erschütternde Details über die Qualen der drei Frauen aufgelistet, die gut zehn Jahre in der Hand eines Entführers waren. Die Frauen, die im Alter von 14, 15 und 20 Jahren verschleppt wurden, seien vergewaltigt worden und hätten Hunger leiden müssen, heißt es in dem am Donnerstag vorgelegten Bericht.

Eine der Frauen, Michelle Knight habe fünf Fehlgeburten erlitten - verursacht von dem Kidnapper, der ihr solange in den Bauch geschlagen habe, bis der Abort eingetreten sei. Knight habe Amanda Berry geholfen, ein Baby auf die Welt zu bringen - der der Vergewaltigung und Entführung beschuldigte Ariel Castro habe ihr dabei mit dem Tod gedroht, sollte das Kind sterben.

Anklagepunkte wegen sexueller Gewalt könnten in die Tausende gehen

Ein Staatsanwalt, Timothy McGinty, teilte unterdessen mit, es werde geprüft, Castro auch des Mordes mit besonderer Schwere der Schuld anzuklagen. Castro könnte dann die Todesstrafe drohen. Das Strafrecht von Ohio sieht die Todesstrafe „für die verderbtesten Verbrecher vor, die heimtückischen Mord während einer Entführung verüben“. McGinty sagte, Castro werde wegen jeden einzelnen Akt sexueller Gewalt angeklagt, den er begangen habe. Die Anklagepunkte könnten dann in die Hunderte, wenn nicht Tausende gehen. Beschuldigt wurde Castro bisher der vierfachen Entführung - auch des sechsjährigen Kindes, das er mit einer der Frau hatte - und der Vergewaltigung der drei Frauen.

Mädchen trug bei Befreiung nur Windel und schmutziges Shirt

Amanda Berry beendete die Gefangenschaft der drei Frauen am Montag, indem sie eine Tür eintrat und zu einem Nachbarn flüchtete, von dessen Telefon aus sie die Polizei alarmierte. Während ihrer haft waren die Frauen oft gefesselt und voneinander getrennt. Nur selten durften sie ins Freie.

Knight befand sich auch am Donnerstag noch in einem Krankenhaus, während ihre Leidensgefährtinnen bereits am Mittwoch nach Hause zurückkehrten. Berry bracht ihre sechsjährige Tochter mit, die in der Gefangenschaft geboren wurde. Nach Medienberichten trug die Kleine nur eine Windel und ein schmutziges T-Shirt, als sie zusammen mit den Frauen befreit wurde.

AP/dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Immer mehr schwere Unfälle mit E-Bikes
E-Bikes werden immer beliebter. Die Zahl der schweren Unfälle steigt. Oft trifft es Senioren.
Immer mehr schwere Unfälle mit E-Bikes
Tausende Urlauber in Zermatt und St. Anton eingeschneit
"Schneesicher - 365 Tage im Jahr": Der Werbespruch Zermatts bekommt zunehmend einen bitteren Beigeschmack angesichts der erneuten Bahn- und Straßensperre. Auch in St. …
Tausende Urlauber in Zermatt und St. Anton eingeschneit
Papst auf der Rückreise: Proteste am letzten Tag
Am Sonntag beendete der Papst seine Lateinamerika-Reise. Auch bei seinem letzten Gottesdienst in Lima gab es Proteste wegen Missbrauch-Skandalen in der Kirche.
Papst auf der Rückreise: Proteste am letzten Tag
Metzger zu neuen Fleisch-Drinks: „Wir sind auf eine Marktlücke gestoßen“
Hühnchen oder Rind aus der Flasche: Seit gut sechs Wochen ist Metzgermeister Peter Klassen mit neuen Fleisch-Drinks auf dem Markt.
Metzger zu neuen Fleisch-Drinks: „Wir sind auf eine Marktlücke gestoßen“

Kommentare