Concordia-Unglück: Das steht den Passagieren zu

Kempten - Die schrecklichen Erlebnisse werden die geretteten Passagiere des verunglückten Kreuzfahrtschiffes 
"Costa Concordia“ nicht vergessen. Zumindest aber finanziell steht ihnen eine Entschädigung zu.

Gerettete Passagiere der havarierten „Costa Concordia“ bekommen vom Kreuzfahrtveranstalter Geld zurück. Das sagte der Reiserechtler Prof. Ernst Führich im Gespräch mit dem dpa-Themendienst. Betroffenen müsse der komplette Reisepreis erstattet werden. Hinzu komme Schadenersatz für vertane Urlaubszeit. Dieser errechne sich aus der Anzahl der ausgefallenen gebuchten Tage mal den Tagespreis. Da im Falle der „Costa Concordia“ die Reise gerade erst begonnen hatte, müsse Costa den kompletten Reisepreis als Schadenersatz zahlen. Betroffenen steht der Reisepreis somit in doppelter Höhe als Ausgleich zu.

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Haben Passagiere auch die Anreise über den Veranstalter Costa gebucht, gibt es hierfür zusätzlich das Geld zurück, erklärte Führich. Anders sieht es aus, wenn Kunden die Anreise selbst gebucht haben. Dann blieben sie auf diesen Kosten sitzen.

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Auch für entstandene Schäden an Gepäck oder Kleidung müsse Costa aufkommen, sagte Führich. Hierbei gelte nach den am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen neuen EU-Passagierrechten eine Höchstgrenze von 2400 Euro pro Person. „Die betroffenen Passagiere sollten hier im Idealfall nachweisen, was im Gepäck war und auch entsprechende Quittungen vorlegen“, erläuterte der Reiserechtler. Alle Ansprüche müssten innerhalb eines Monats nach dem Unglück geltend gemacht werden. Adressat der Ansprüche sei Costa Deutschland. Reisebüros träten dagegen lediglich als Vermittler der Reise auf.

Treten bei Passagieren der havarierten „Costa Concordia“ psychische Probleme auf, können diese Schmerzensgeld beantragen. „Hierfür muss der Reisende jedoch ein Attest eines Facharztes vorlegen, in dem belegt wird, dass die psychische Erkrankung durch die Havarie ausgelöst wurde“, erklärte Führich.

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Urlauber, die in den kommenden Wochen eine Fahrt mit der „Costa Concordia“ gebucht haben, dürfen laut Führich ihre Reise entweder kostenlos umbuchen oder stornieren. „Der Reiseveranstalter kann mich auf andere Schiffe umbuchen, das muss ich aber nicht annehmen.“ Wer eine Reise auf einem anderen Schiff oder bei einem anderen Veranstalter gebucht hat und nun Angst bekommt, hat dagegen kein Recht auf eine kostenlose Stornierung. „In diesem Fall könnte lediglich eine Reiserücktrittsversicherung einspringen, wenn ein Facharzt Angstzustände bescheinigt.“

dpa

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