Ein Schild „Hier gilt die 2G-Regel!“ hängt in einer Tür eines Cafes in der Göttinger Innenstadt
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In dieser Gaststätte gilt die 2G-Regel.

Weil es Kritik hagelte

Corona-2G-Regel: Chaos in Berlin – Senat rudert zurück und macht eine Ausnahme

  • Kai Hartwig
    VonKai Hartwig
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In Berlin kann in Restaurants und bei Veranstaltungen künftig nach der 2G-Regel verfahren werden. Doch ein Passus sorgte für Ärger – und wurde nun angepasst.

Berlin – Eigentlich hatte sich der Berliner Senat am Dienstag (14. September) im Kampf gegen das Coronavirus darauf verständigt, wie viele andere Bundesländer auch eine strikte 2G-Regel einzuführen. Die sollte Restaurantbetreibern, Clubbesitzern und Veranstaltern die Option ermöglichen, nur noch Geimpften und Genesenen Zugang zu der eigenen Lokalität zu gewähren. Alle anderen Menschen – und damit auch Kinder – müssten dann draußen bleiben. Hier unterschied sich die Berliner Regelung von der etwa in Hamburg.

Es hagelte Kritik an der Entscheidung, einen Tag nach dem ursprünglichen Beschluss ruderte der Berliner Senat nun zurück. Die Corona-2G-Regel, die ab Samstag (18. September) in Kraft tritt, wurde um eine Ausnahmeregelung für Kinder unter zwölf Jahren ergänzt.

„Diese dürfen grundsätzlich auch an 2G-Veranstaltungen teilnehmen und 2G-Einrichtungen betreten und nutzen“, hieß es in einer Mitteilung des Senats am Mittwoch (15. September). So dürfen Kinder ab sechs Jahren Restaurants und Veranstaltungen nach Vorweisen eines negativen Corona-Tests beiwohnen. Von der Testpflicht befreit sind Kinder, die im Rahmen des Schulbesuchs sowieso regelmäßig getestet werden.

Corona: Berliner 2G-Regel erntet Kritik von Kanzleramtsminister Braun und dem Deutschen Kinderhilfswerk

Die vorherige 2G-Regelung hatte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) am Mittwochvormittag bei Bild Live kritisiert. „Kinder und Jugendlichen haben in der ersten Phase der Pandemie zurückgestanden, insbesondere um ihre Großeltern zu schützen – also um Ältere vor schweren Verläufen zu schützen. Deshalb ist es jetzt unsere Verantwortung, dass wir das zurückgeben. Und deshalb müssen sich die Beschränkungen ganz wesentlich – wenn sie erforderlich sind – auf ungeimpfte Erwachsene beschränken“, forderte Braun.

Auch das Deutsche Kinderhilfswerk hatte sein Missfallen geäußert. Dessen Bundesgeschäftsführer Holger Hofmann nannte die ursprüngliche 2G-Regel ohne Ausnahme für Kinder laut Welt „kinderfeindlich und familienfeindlich“.

Unterdessen bleibt den Restaurantbetreibern, Clubbesitzern und Veranstaltern in Berlin trotz der beschlossenen Corona-2G-Regel des Senats die freie Entscheidung, ob sie diese künftig umsetzen wollen. Weiterhin dürfen Berliner Gastronomen und Eventveranstalter optional wie bisher Geimpften, Genesenen und Getesteten (3G) den Zutritt zu ihren Innenräumen erlauben. Alternativ kann aber auch nach 2G verfahren werden. Dann dürfen dank des Regel-Updates vom Mittwoch auch Kinder unter zwölf Jahren dabei sein.

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