Ein Schild zur 2G-Regel am Eingang eines Restaurants in Bayern: Nur Geimpfte und Genesene haben Zutritt.
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Viele Bundesländer verschärfen nun ihre Corona-Bestimmungen und führen 2G-Regeln ein (Symbolbild).

Vorbereitung für den Winter

Corona-Regeln in immer mehr Bundesländern verschärft: Die nächsten Regierungen ziehen nach

Nach Hamburg führen unter anderem auch Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen und Sachsen das 2G-Modell ein. Geimpfte erhalten damit mehr Freiheiten zurück.

Berlin - Der Berliner Senat beschloss am Dienstag ein Optionsmodell: Gastronomen können künftig selbst entscheiden, ob sie die 2G- oder 3G-Regel anwenden wollen. In Clubs, Diskotheken und anderen Lokalitäten gilt in Berlin hingegen verpflichtend die 2G-Regel. Auch andere Bundesländer, darunter Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Niedersachen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, setzen künftig auf die 2G-Regel. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag. Zunächst hatte Hamburg die 2G-Option eingeführt.

2G-Regel soll zur „Normalisierung des öffentlichen Lebens“ beitragen

Die Ausweitung der 2G-Regel soll Geimpften mehr Freiheiten geben. Es handelt sich in vielen Bundesländern dabei um ein optionales Modell. Das bedeutet, dass die Gastronomen und Veranstalter selbst entscheiden können, ob die 2G- oder 3G-Regel gilt. Die 2G-Regel sieht vor, dass nur noch Geimpfte oder Genesene Zutritt erhalten. Für diese Gäste fallen dann die Maskenpflicht und Abstandsregeln weg. In manchen Bundesländern, etwa Baden-Württemberg, ist die 2G-Regel ab einer gewissen Hospitalisierungsrate verpflichtend.

Die Regelung dient einerseits dazu, eine schwierige Corona-Lage im Herbst und Winter zu vermeiden. Andererseits soll sie Geimpften und Genesenen einen vergleichsweise normalen Alltag ermöglichen. Die Ausweitung der 2G-Regel sei ein „Beitrag zu Normalisierung des öffentlichen Lebens“ in Niedersachsen, sagte der Ministerpräsident Stephan Weil in einer Erklärung. Wer sich gegen eine Schutzimpfung entscheide, müsse „für die Folgen seiner Entscheidung einstehen“.

Wer weder geimpft noch genesen ist, erhält unter Anwendung der 2G-Regel keinen Zugang mehr. Ein „Freitesten“ wäre in einem solchen Fall nicht mehr möglich. Nur mit der 3G-Regel würde ein negativer Corona-Test als ausreichender Nachweis gelten, um Eintritt zu Gastronomie oder Kultur- und Sportveranstaltungen zu erhalten. Auch in finanzieller Hinsicht kommen Änderungen auf Ungeimpfte zu: Nordrhein-Westfalen beispielsweise kündigte bereits vergangene Woche an, Quarantäne-Entschädigungen für Ungeimpfte einzustellen.

Bundeskanzleramt schließt bundesweit 2G-Regel nicht aus

Experten erwarten eine Verschärfung der Corona-Lage in der kalten Jahreszeit. Ungeimpften stehe dann ein „schwieriger Herbst und Winter“ bevor, prognostiziert der niedersächsische Ministerpräsident Weil. Eine Überlastung von Kliniken und eine unkontrollierte Infektionsverbreitung müssen „mit aller Entschiedenheit“ verhindert werden, so Weil weiter. Da von ihnen keine nennenswerte Gefahr ausgehe, würden Geimpfte im Herbst und Winter keine Einschränkungen fürchten müssen, erklärte der Ministerpräsident.

94 Prozent der Menschen auf Intensivstationen sind ungeimpft. Das zeigen aktuelle Zahlen des RKI. Nur 0,05 Prozent infizieren sich trotz vollen Impfschutzes mit Corona. Generell gelten Geimpfte als weniger ansteckend.

Das Bundeskanzleramt schließt indes eine bundesweite 2G-Regel nicht aus. Dies hänge aber unter anderem von dem Infektionsgeschehen in Schulen und der Situation in den Krankenhäusern ab, so der Kanzleramtschef Helge Braun.

Experten diskutieren, ob die 2G-Regel für Geimpfte und Genesene zu weit geht – oder angesichts der ansteckenden Delta-Variante wirklich ausreicht. Jan Fuhrmann, Modellierer an der Universität Heidelberg, schlägt beispielsweise vor, dass in besonders sensiblen Bereichen nur Genesene oder Getestete zugelassen werden, die zusätzlich einen negativen Test vorweisen müssen.

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