Eine Diskokugel hängt an der Decke, bunte Laserstrahlen im Hintergrund.
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Eine Party in Münster sorgt für zahlreiche Corona-Infektionen – und das trotz 2G Regel (Symbolbild).

„Hygienekonzept vorbildlich“

Corona-Ausbruch auf 2G-Party: Schon mehr als 80 Infizierte - bisher keine Verstöße bei Impfnachweis

Eine Party in Münster mit 2G-Konzept lief nach strengen behördlichen Vorgaben ab. Trotzdem steckten sich über 80 Menschen mit dem Coronavirus an.

Update vom 16. September, 15.19 Uhr: Der Corona-Ausbruch nach einem Club-Event in Münster sorgt weiter für Schlagzeilen. Zutritt gab es nur für Geimpft und Genesene (2G-Regel). Die Stadt Münster lobt das Hygienekonzept des Veranstalters (siehe auch Erstmeldung). Doch die Zahl der Infizierten steigt weiter - inzwischen auf 83. Bis Donnerstag seien 59 Impfnachweise eingereicht und überprüft worden, teilte die Stadt Münster mit. „Bisher ist kein Verstoß bei den Impfnachweisen festgestellt worden.“

Die Betroffenen zeigten weiterhin nur milde oder gar keine Symptome, teilte die Stadt weiter mit. Bereits am Dienstag hieß es, dass die meisten infizierten Gäste aus Münster kommen, die übrigen Personen in der erweiterten Region wohnen. Auch ein Mitarbeiter des Clubs sei infiziert. Rund 380 Menschen hatten am 3. September an der Partynacht teilgenommen.

Corona-Ausbruch auf 2G-Party: Schon mehr als 80 Infizierte

Update vom 15. September, 21.59 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen nach einer Party in Münster mit 2G-Regelung steigt weiter an. Nach Angaben der Stadt Münster vom Mittwoch (15. September) wurden inzwischen 81 Personen registriert, die an der Veranstaltung teilnahmen und sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Demnach zeigen „die Betroffenen milde Symptome oder sind asymptomatisch“.

Erstmeldung vom 15. September, 9.12 Uhr: Münster/Nordrhein-Westfalen - Zahlreiche Bundesländer setzen nun auf das 2G-Modell. Nach Hamburg zogen unter anderem auch Baden-Württemberg, Berlin und Niedersachsen nach. Doch Experten diskutieren, ob das angesichts der ansteckenden Delta-Variante ausreicht. Eine Party in Münster wirft weiter Fragen auf. Denn die Feier fand unter 2G-Regeln statt, trotzdem steckten sich über 70 Menschen mit dem Corona-Virus an.

Corona-Cluster: 380 Gäste, über 70 Infizierte

Bei der Club-Party in Münster galt die 2G-Regel: Demzufolge hatten bei der Feier am 3. September nur Geimpfte und Genesene Zutritt. Ein PCR-Test reichte nicht aus, um mitzufeiern. Die Clubbetreiber hatten sich freiwillig für die strengere 2G-Regel entschieden und damit von ihrem Hausrecht Gebrauch gemacht. Insgesamt nahmen 380 Personen an der Party teil, die Stadt Münster spricht aktuell von 72 Infizierten. Das geht aus einer Pressemitteilung vom Dienstag hervor.

Die Behörden in Münster prüften nach Bekanntwerden der Coronafälle die Einhaltung der Auflagen sowie die Impfnachweise der Besucher. Dabei wurden bislang keine Mängel festgestellt. Der Club habe sich „nach bisherigem Kenntnisstand an die rechtlichen Rahmenbedingungen und behördlichen Auflagen gehalten“ so die Pressemitteilung der Stadt Münster. Auch das Hygienekonzept sei „vorbildlich“ gewesen und die Lüftungsanlagen überträfen die Anforderungen.

Die Untersuchungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen. Das Gesundheitsamt der Stadt forderte von den Infizierten aus Münster Impfnachweise ein. Bislang erhielt das Amt 44 Dokumente, bei denen keine Verstöße festgestellt wurden. Die restlichen Unterlagen stehen noch aus. „Weitere Ansteckungen sind wahrscheinlich, da vereinzelt noch Infektionsmeldungen mit Bezug zu dem Club-Event eintreffen“, so die Stadt Münster.

Video: Was man über Impfdurchbrüche wissen sollte

Corona-Infektionen bei Partynacht in Münster: Das ist die mögliche Ursache

Dass sich so viele Menschen infizieren konnten, lag an Impfdurchbrüchen und Ansteckungen von bereits Genesenen. Das gab die Stadt Münster bereits am Donnerstag vergangener Woche bekannt. Dass sich Personen trotz Immunisierung auch weiterhin anstecken und zu Überträgern werden können, sei bekannt, so der Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer: „Klar ist aber auch, dass die Schutzimpfung das Risiko einer schweren Erkrankung extrem reduziert.“ Die Krankheitsverläufe der Infizierten sind derzeit asymptomatisch oder sehr mild. Da die aktuelle Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen keine Rückverfolgbarkeit von Gästen vorsieht, gestalte sich die Suche nach weiteren möglicherweise betroffenen Kontakten allerdings schwierig, so die Stadt Münster. Wer auf der Party war, ist daher dazu aufgerufen, sich testen zu lassen.

Zahlen des RKI zufolge sind Impfdurchbrüche extrem selten. Des Weiteren stecken sich wohl nur rund 0,05 Prozent aller Geimpften trotz vollständigen Impfschutzes an. Völlig auszuschließen ist eine Infektion aber nicht, wie das Beispiel in Münster zeigt. Experten raten daher auch Genesenen und Geimpften sich vor großen Zusammenkünften testen zu lassen.

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