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Ein Schild mit der Aufschrift „Maskenpflicht - 6-22 Uhr“ hängt an einem Laternenpfahl in der Flennsburger Innenstadt. Für zunächst eine Woche gelten verschärfte Corona-Maßnahmen in der Stadt.
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Der Aerosol-Experte Gerhard Scheuch sieht das Coronavirus vor allem als Innenraum-Problem an.

„Innenraum-Problem“

Corona-Ansteckungsgefahr im Freien? Aerosol-Experte klärt Irrtum auf und übt scharfe Kritik

  • Felix Durach
    vonFelix Durach
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Der Aerosol-Experte Dr. Gerhard Scheuch sieht das Coronavirus vor allem als Innenraum-Problem an und wundert sich deshalb über die Maßnahmen der Regierung.

Gemünden - Gerade zu Beginn der Coronakrise im Frühjahr 2020 herrschte unter den Experten noch eine große Uneinigkeit über den hauptsächlichen Übertragungsweg von Sars-CoV-2. Knapp ein Jahr später werden Aerosole als zentraler Übertragungsweg in der Pandemie angesehen. Eine Tatsache, die Dr. Gerhard Scheuch zu einem gefragten Experten und Berater in der aktuellen Krise macht. Denn der Physiker ist Aerosol-Experte.

Aerosol-Experte über die Corona-Krise - „Es ist ein Innenraum-Problem“

Scheuch kommt im Hinblick auf die Corona-Krise auf eine interessante Einschätzung und wundert sich in diesem Zusammenhang teilweise auch über die Maßnahmen der Regierung. So sieht der Experte die Übertragung von Sars-CoV-2 vor allem als ein Problem an, was sich in Innenräumen abspielt. „Es ist ein Innenraum-Problem, weil sich die Menschen in Innenräumen anstecken“, erklärt der Areosol-Experte im Interview mit n-tv.

Bei dieser Aussage beruft sich Scheuch unter anderem auf eine Untersuchung, die bereits im vergangenen Frühjahr von chinesischen Wissenschaftlern durchgeführt wurde. „Es wurden über 7000 Infektionen nachvollzogen und von diesen fand eine einzige im Freien statt“, erläutert der Experte. Ansteckungen im Freien seien demnach also extrem selten.

Video: Hier herrscht eine hohe Aerosol-Belastung

Coronavirus: Experte erklärt - diesen Einfluss haben die Mutanten auf Infektionen im Freien

Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass man sich quasi keiner Gefahr aussetzten würde, wenn man sich im Freien aufhält. Eine Einschätzung, die auch von Scheuch geteilt wird: „Im Außenbereich kann nur dann etwas passieren, wenn Sie sehr lange sehr eng mit einer Person zusammenstehen, sich direkt gegenüberstehen und unterhalten“, erklärt der Experte, wie auch hna.de berichtete. In diesen Situationen wäre das Tragen einer Maske von Vorteil. „Aber ansonsten ist die Ansteckungsgefahr im Freien null.“

Interessant ist hierbei auch die Dauer des Kontaktes, der zu einer Infektion führen kann. Scheuch schätzt, dass es ungefähr fünf bis 15 Minuten dauert, bis man sich im Freien bei angesprochenem engem Kontakt mit einer anderen Person mit dem Virus infiziert. Eine Zeitspanne, die durch die aufkommenden Mutanten des Coronavirus weiter nach unten gedrückt werden könnte. „Diese Zeit könnte sich natürlich verkürzen, wenn die Mutanten wirklich so viel ansteckender sind, wie man im Augenblick berichtet. Dann sind es nicht mehr 5 bis 15, sondern 3 bis 10 Minuten“, schätzt der Experte.

Aerosol-Experte über Maßnahmen der Regierung - „Das ärgert mich schon manchmal“

Im Hinblick auf diese Einschätzungen wundert sich der Aerosol-Experte nach eigener Aussage teilweise über die Maßnahmen der Regierung. „Das ärgert mich schon manchmal etwas. Dass man immer nur ‚Lockdown, Lockdown, Lockdown‘ proklamiert und solche gezielten Maßnahmen nicht wiedergibt, also einfach der Bevölkerung das nicht mitteilt“, erklärt Scheuch. Als Beispiel nennt der Physiker die nächtliche Ausgangssperre, die der Bevölkerung signalisieren würde, dass es draußen gefährlich sei, obwohl der überwiegende Großteil der Infektionen in Innenräumen stattfinde. (fd)

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