1. Startseite
  2. Welt

WHO vermutet riesige Corona-Dunkelziffer in Afrika: „Fliegen immer noch blind“

Erstellt:

Von: Patrick Huljina

Kommentare

Matshidiso Moeti, Afrika-Direktorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), spricht während einer Pressekonferenz am europäischen Hauptsitz der Vereinten Nationen
Matshidiso Moeti, die Afrika-Regionaldirektorin der WHO, fürchtet eine hohe Corona-Dunkelziffer. (Archivbild) © Salvatore Di Nolfi/dpa

Die Zahl der Corona-Infektionen in Afrika ist laut offiziellen Zahlen etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. Die WHO fürchtet allerdings eine hohe Dunkelziffer.

Brazzaville - 8,4 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus: Das ist die offizielle Zahl seit Beginn der Pandemie in Afrika. Zum Vergleich: Alleine in Deutschland wurden laut Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 4,3 Millionen Corona-Fälle gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vermutet allerdings eine enorm hohe Dunkelziffer auf dem Kontinent.

WHO fürchtet riesige Dunkelziffer: Fast 86 Prozent aller Corona-Infektionen in Afrika unbemerkt

Fast 86 Prozent aller Corona-Infektionen in Afrika bleiben demnach unbemerkt. Damit werde die Zahl aller Infektionen auf dem Kontinent von der WHO auf insgesamt 59 Millionen geschätzt – das ist siebenmal mehr als die Zahl der tatsächlich gemeldeten Fälle.

Die WHO erklärt sich die hohe Dunkelziffer unter anderem damit, dass die Zahl der Corona-Tests bislang begrenzt war. Gesundheitseinrichtungen hätten sich bislang hauptsächlich auf das Testen von Personen mit Krankheitssymptomen konzentriert. Das habe zu einer umfassenden Unterberichterstattung geführt, so die WHO.

Corona-Dunkelziffer in Afrika: „Fliegen immer noch blind“

„Mit begrenzten Tests fliegen wir in viel zu vielen Gemeinden in Afrika immer noch blind“, sagte Matshidiso Moeti. „Was wir sehen, könnte nur die Spitze des Eisbergs sein“, fürchtete die WHO-Regionaldirektorin für Afrika.

Laut WHO seien auf dem Kontinent mit insgesamt 1,3 Milliarden Einwohnern bislang lediglich 70 Millionen Corona-Tests gemeldet worden. Im Vergleich dazu hätten die USA mit etwa einem Drittel der Bevölkerung mehr als 550 Millionen Tests durchgeführt, während das Großbritannien mit weniger als zehn Prozent der Bevölkerung Afrikas über 280 Millionen Tests durchgeführt habe.

Insgesamt wurden in Afrika mehr als 8,4 Millionen Corona-Fälle registriert, darunter 214.000 Todesfälle. Weniger als die Hälfte der afrikanischen Länder, die Corona-Impfstoffe erhalten haben, haben nach WHO Angaben durchschnittlich rund zwei Prozent ihrer Bevölkerung vollständig geimpft. Zum Vergleich: in Deutschland haben inzwischen mindestens 65,5  Prozent der Gesamtbevölkerung einen vollständigen Impfschutz – eher noch mehr, wie das RKI zuletzt mitteilte. (ph/dpa)

Auch interessant

Kommentare